Floating-Solar-Pilotprojekt auf US-Bewässerungsbecken gestartet
Ein neues Floating-Solar-Pilotprojekt auf einem Bewässerungsbecken in Arkansas untersucht Effizienzsteigerungen und ökologische Auswirkungen der Technologie.

In Stuttgart, Arkansas, ist ein innovatives Pilotprojekt für schwimmende Photovoltaik gestartet, das gezielt die Synergien zwischen landwirtschaftlicher Bewässerungsinfrastruktur und erneuerbarer Energiegewinnung untersucht. Auf einem 40 Hektar großen Bewässerungsbecken für den Reisanbau wurde eine Anlage mit einer Kapazität von 70 Kilowatt installiert, die lediglich 0,1 Acre der Wasserfläche in Anspruch nimmt. Das System besteht aus 96 Modulen auf einer schwimmenden Plattform, die so verankert ist, dass sie sich den wechselnden Wasserständen flexibel anpasst.
Technischer Vergleich zur Effizienzmessung
Ein wesentlicher Bestandteil der Forschungsarbeit ist die exakte Messung der Leistungsunterschiede zwischen schwimmenden Modulen und terrestrischen Anlagen. Hierfür wurden zusätzlich 24 Solarmodule am Ufer installiert, die als Referenz dienen. Durch den simultanen Vergleich beider Messreihen wollen die Projektverantwortlichen isolieren, inwieweit der Kühleffekt des Wassers unter den Modulen im Vergleich zur bloßen Modulausrichtung an Land zu einem höheren Energieertrag führt. Diese Erkenntnisse sind entscheidend für die wirtschaftliche Bewertung künftiger großflächiger Anlagen auf landwirtschaftlichen Reservoirs.
Synergieeffekte für die Landwirtschaft
Das Projekt verfolgt das Ziel, Ackerland für die Nahrungsmittelproduktion zu erhalten und stattdessen ungenutzte Wasserflächen für die Energiegewinnung zu erschließen. Ein zentraler ökologischer Vorteil der Abdeckung ist die Reduktion der Verdunstung. Schätzungen zufolge können die Paneele die Verdunstungsrate auf der Wasseroberfläche um 25 bis 50 Prozent senken, was die verfügbare Wassermenge für landwirtschaftliche Zwecke in Trockenperioden signifikant schont.
Einfluss auf die Biodiversität
Ein besonderer Aspekt des Standorts ist seine Lage in der sogenannten Mississippi Flyway, einer der wichtigsten Flugrouten für wandernde Wasservögel in Nordamerika. Da das Gebiet bekannt für seine hohen Bestände an überwinternden Enten ist, untersucht das Forschungsteam, wie die Tiere auf die auf dem Wasser schwimmenden Glasflächen reagieren. Das Projekt soll dokumentieren, ob das Verhalten der Vögel durch die Anlage beeinflusst wird, was für die großflächige Skalierbarkeit solcher Konzepte in der Region von Bedeutung ist.
Langfristige Perspektiven
Obwohl die aktuelle Anlage als Pilotprojekt dient, ist das theoretische Potenzial für Floating PV auf künstlichen Gewässern in den USA enorm. Forscher schätzen das Kapazitätspotenzial auf US-weit regulierten Reservoirs auf bis zu über 1.000 Gigawatt. Das Forschungsteam plant, die erhobenen Daten über mehrere Saisons zu evaluieren, um Wartungszugänge, die Langlebigkeit der elektrischen Verbindungen und die Auswirkungen auf die Wasserqualität, wie etwa Algenbildung, fundiert zu bewerten.