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Forschungsprojekt belegt Potenzial kalter Nahwärmenetze in Bremen

Forschungsergebnisse aus Bremen zeigen: Kalte Nahwärmenetze sind eine praxistaugliche Lösung für die kommunale Wärmewende, erfordern aber kommunale Unterstützung.

Architekturblatt

Die Dekarbonisierung des Wärmesektors stellt besonders in dicht besiedelten städtischen Gebieten eine Herausforderung dar, in denen klassische Fernwärmenetze oder individuelle Wärmepumpen an ihre Grenzen stoßen. Ein nun abgeschlossenes Forschungsprojekt der Bremer Klimaschutzagentur energiekonsens und der Hochschule Bremen zeigt auf, dass kalte Nahwärmenetze – sogenannte Anergienetze – hier eine effiziente Lösung bieten können. Rund 30 Prozent des Gebäudebestands in Bremen fallen in diese Kategorie, die ein erhebliches Potenzial für CO2-Einsparungen birgt.

Technische Praxistauglichkeit durch bürgerschaftliches Engagement

Im Zentrum der Untersuchung stand unter anderem die Genossenschaft ErdwärmeDich Anergienetze, die in der Bremer Humboldtstraße ein solches Wärmenetz realisiert. Die Forschenden begleiteten das Projekt, um Hürden und Chancen im Aufbau bürgerschaftlich getragener Netze zu identifizieren. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass die Technik der oberflächennahen Erdwärmenutzung zur Speisung lokaler Wärmepumpen praxistauglich ist. Die zentralen Herausforderungen liegen laut den Ergebnissen weniger in der Technik als vielmehr in den finanziellen, organisatorischen und politischen Rahmenbedingungen.

Forderung nach kommunaler Unterstützung

Das Forschungsvorhaben „Urbane Anergienetze als Instrument der Wärmewende in Bremen“, welches von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit rund 170.000 Euro gefördert wurde, unterstreicht die Rolle der Kommunen für den Erfolg solcher Initiativen. Um die Umsetzung in größerem Maßstab zu ermöglichen, bedarf es einer engen verwaltungstechnischen Begleitung und klarer regulatorischer Vorgaben. Städte könnten zudem die Wirtschaftlichkeit maßgeblich verbessern, indem sie Tiefbauarbeiten koordinieren oder öffentliche Gebäude als Ankerkunden in die Wärmenetze einbinden, so Professor Dr. Winfried Osthorst von der Hochschule Bremen.

Aufklärungsarbeit für höhere Akzeptanz

Neben den strukturellen Bedingungen identifizierte das Forschungsteam die Wissensvermittlung als Schlüsselfaktor. Während eine hohe grundsätzliche Offenheit in der Bevölkerung für bürgerschaftliche Modelle besteht, fehlt es vielerorts noch an Informationen. Eine transparente Kommunikation und gezielte Beratungsangebote sind daher essenziell, um die Bereitschaft zur gemeinschaftlichen Wärmeversorgung in konkrete Projekte zu überführen. Mittlerweile existieren in Bremen bereits mehrere Zusammenschlüsse, die diesen Ansatz weiter verfolgen.

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