Gaspreise steigen durch Iran-Konflikt: Bundesnetzagentur mahnt zur Vorsorge
Steigende Gaspreise durch den Iran-Konflikt: Die Bundesnetzagentur fordert trotz schwieriger Marktlage eine ausreichende Befüllung der deutschen Gasspeicher.

Die Energieversorgung für den kommenden Winter rückt zunehmend in den Fokus. Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, hat die Gashändler eindringlich dazu aufgerufen, ihre Verantwortung wahrzunehmen und für eine ausreichende Vorsorge bei den Gasspeichern zu sorgen. Der Appell erfolgt in einer Zeit, in der die Speicherstände in Deutschland mit 49,7 Prozent ein Niveau aufweisen, das hinter den Erwartungen und dem europäischen Durchschnitt von rund 61 Prozent zurückbleibt.
Preisentwicklung belastet die Einspeicherung
Die Zurückhaltung bei der Befüllung der Speicher ist maßgeblich auf die gestiegenen Gaspreise zurückzuführen. Diese haben sich seit Januar von 30 Euro pro Megawattstunde auf über 60 Euro bis Mitte August mehr als verdoppelt. Ursächlich für diesen Anstieg ist die anhaltende geopolitische Unsicherheit infolge des Iran-Konflikts und die daraus resultierende Sperrung der Straße von Hormus. Diese Situation erschwert den Gashändlern die kosteneffiziente Beschaffung, was laut Bundesnetzagentur zu spürbar höheren Kosten für Verbraucher und Mieter führen könnte.
Position der Bundesnetzagentur zu Versorgungsrisiken
Während der Verband der Gasspeicherbetreiber Ines vor einem unsicheren Winter gewarnt und im Extremfall eine behördliche Zuteilung knapper Gasmengen ins Gespräch gebracht hat, erteilt Klaus Müller solchen staatlichen Eingriffen eine Absage. Er betont, dass die Gashändler in der Pflicht stehen, die Versorgung sicherzustellen. Auch das Bundeswirtschaftsministerium hält an der Linie fest, dass kein staatlicher Gaskauf geplant sei. Andere europäische Länder wie Italien oder die Niederlande haben hingegen bereits mit staatlichen Anreizprogrammen oder gelenkten Befüllungen reagiert.