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Größte Agri-PV-Anlage Nordrhein-Westfalens in Wadersloh eingeweiht

In Wadersloh wurde die größte Agri-PV-Anlage NRWs eingeweiht. 23 MW Leistung schützen 17 Hektar Heidelbeerplantage und liefern Strom für den Markt.

photovoltaik

In Wadersloh, Nordrhein-Westfalen, ist die aktuell größte Agri-Photovoltaik-Anlage des Bundeslandes in Betrieb gegangen. Mit einer installierten Leistung von 23 Megawatt auf einer Fläche von 17 Hektar setzt das Projekt neue Maßstäbe für die doppelte Nutzung von Agrarflächen zur Nahrungsmittelproduktion und Energiegewinnung.

Technischer Aufbau und Pflanzenschutz

Das Projekt umfasst 40.000 semitransparente Solarmodule, die über einer Heidelbeerplantage installiert wurden. Die Ausrichtung der Module wurde dabei individuell an die landwirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst: Einige Modulreihen sind in Ost-West-Richtung, andere einseitig nach Südosten orientiert, um sowohl die Effizienz der Stromerzeugung zu maximieren als auch die landwirtschaftliche Bearbeitung zu ermöglichen. Die Überdachung dient zudem als Schutzschild für die empfindlichen Pflanzen, indem sie diese vor Starkregen, Frost und extremer Hitze bewahrt.

Wirtschaftliche Vermarktung außerhalb des EEG

Ein wesentlicher Aspekt des Projekts ist das Geschäftsmodell: Der Betreiber vermarktet den erzeugten Solarstrom flexibel an der Strombörse und verzichtet dabei auf eine Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dies ermöglicht eine direkte Beteiligung am Strommarkt und stellt eine planbare Zusatzeinnahmequelle für den landwirtschaftlichen Betrieb dar.

Politische Einordnung und Förderung

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat das Vorhaben im Rahmen des Programms „Progress.NRW – Klimaschutztechnik“ gefördert. Landeswirtschaftsministerin Mona Neubaur betonte bei der Einweihung die strategische Bedeutung der Agri-PV für die Energiewende. Sie verwies darauf, dass Projekte dieser Art Landwirtinnen und Landwirte stärken und durch die Verringerung von Energieimporten einen Beitrag zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit leisten. Die Entwicklung und Umsetzung des Projekts wurden zudem durch die Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate fachlich begleitet, die das Konzept als beispielhaft für die profitable Verbindung von Landwirtschaft und erneuerbaren Energien hervorhob.

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