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Klimaresilienz-Index 2026: Wasserversorger unter wachsendem Anpassungsdruck

DVGW-Klimaresilienz-Index 2026: Wasserversorger in Deutschland sehen hohen Anpassungsdruck und fordern schnellere Genehmigungsverfahren.

Niedersachsen Aktuell

Die öffentliche Trinkwasserversorgung in Deutschland bleibt trotz zunehmender klimatischer Herausforderungen wie Niedrigwasser und ausgetrockneten Böden stabil, steht jedoch vor einem stetig wachsenden Anpassungsdruck. Dies ist das zentrale Ergebnis des aktuellen Klimaresilienz-Index Wasser 2026, den der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) nun zum zweiten Mal veröffentlicht hat. Mit einem Gesamtwert von 48 von 100 Punkten liegt der Index leicht unter dem Vorjahresniveau von 49 Punkten.

Stabilität trotz steigender Anforderungen

Die Befragung von 227 Führungskräften der Trinkwasserbranche verdeutlicht, dass die Versorgungsunternehmen die aktuellen Belastungen derzeit zuverlässig bewältigen. Besonders stark bewerten die Unternehmen die bestehende Robustheit der Systeme mit 59 Punkten sowie den Anpassungsgrad mit 53 Punkten. Dennoch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die bestehenden Kapazitäten durch steigende Spitzenwasserbedarfe und die Notwendigkeit zur Sicherung der Systemressourcen stärker beansprucht werden als in der Vergangenheit.

Kritik an regulatorischen Hürden

Deutlich kritischer als die technische Resilienz bewerten die Versorger den rechtlichen Rahmen, der mit 40 Punkten den niedrigsten Wert im Index erzielte. Langwierige Genehmigungsverfahren werden als wesentliches Hemmnis für die notwendige Modernisierung der Infrastruktur identifiziert. Um neue Wassergewinnungskapazitäten, Speicher oder Verbundsysteme zeitnah realisieren zu können, fordert der DVGW eine konsequente Entbürokratisierung sowie beschleunigte Prozesse. Neben regulatorischen Fragen werden auch der zunehmende Investitionsbedarf sowie der Fachkräftemangel als größte strukturelle Risiken eingestuft.

Fokus auf langfristige Versorgungssicherheit

Für die Zukunft erwarten die Wasserversorger eine Verschärfung der Lage. Das Monitoring der Veränderungen des Wasserdargebotes gewinnt daher massiv an Bedeutung. Die Akteure sind sich einig, dass die Klimaanpassung eine langfristige Gemeinschaftsaufgabe darstellt, die Investitionen in den Infrastrukturausbau sowie einen verbesserten Schutz der Trinkwasserressourcen erfordert. Nur durch eine strategische Weiterentwicklung der regionalen Versorgungssysteme und den Abbau administrativer Barrieren könne die hohe Qualität der deutschen Wasserversorgung auch unter künftig erschwerten klimatischen Bedingungen dauerhaft gewährleistet werden.

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