Kontroverse um geplantes Agri-Photovoltaikprojekt bei Arisheim
Ein geplantes Agri-PV-Projekt bei Arisheim mit 12 MWp Leistung sorgt für Diskussionen um Flächennutzung und B30-Trassenführung.

In Bad Waldsee-Gaisbeuren hat die Vorstellung eines geplanten Agri-Photovoltaikprojekts bei Arisheim eine angeregte Diskussion ausgelöst. Die Solmotion Project GmbH stellte im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung ihre Pläne für eine Anlage auf einer rund 13 Hektar großen Fläche vor, die bei einer installierten Leistung von 12 Megawatt Peak auch einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 20 Megawattstunden umfasst.
Was unterscheidet die Anlage von herkömmlichen Freiflächenprojekten?
Im Unterschied zu klassischen Freiflächenanlagen setzen die Planer auf eine Agri-Photovoltaik-Lösung, bei der die Solarmodule hoch aufgeständert und beweglich montiert sind. Diese Technologie ermöglicht es, die Module dem Sonnenstand nachzuführen, was insbesondere in den Morgen- und Abendstunden eine effizientere Stromerzeugung erlaubt. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Doppelnutzung der Fläche: Nach Angaben des Projektierers sollen weiterhin rund 91 Prozent der Fläche landwirtschaftlich bewirtschaftbar bleiben. Die gesetzlichen Anforderungen sehen vor, dass mindestens 85 Prozent der Fläche landwirtschaftlich nutzbar sind und der Ertrag mindestens 66 Prozent einer Referenzfläche erreicht.
Warum wird das Projekt kritisch diskutiert?
Obwohl das Projekt die Energiewende vor Ort unterstützen könnte, stieß das Vorhaben im Ortschaftsrat Reute-Gaisbeuren sowie bei anwesenden Bürgern und Gemeinderatsmitgliedern auf gemischte Reaktionen. Kritiker bemängelten unter anderem den Zeitpunkt der Bürgerinformation und betonten, dass die landwirtschaftliche Produktion von Lebensmitteln Vorrang vor der Nutzung von Ackerland für Photovoltaik haben sollte. Zudem wurde die Forderung laut, zunächst das Potenzial von Dachflächen auszuschöpfen. Ein weiteres Hindernis für die Planung stellt die geplante neue Trasse der B30 dar, die das Projektgelände tangieren könnte. Solange hierzu keine Entscheidung des Regierungspräsidiums vorliegt, ruhen die weiteren Planungen. Aus den verfügbaren Quellen geht nicht hervor, wann eine finale Entscheidung über den Verlauf der B30 oder die Genehmigungsfähigkeit des PV-Projekts zu erwarten ist.
Quelle: https://diebildschirmzeitung.de/bad-waldsee/agri-pv-bei-arisheim-kontrovers-diskutiert-240410/