top of page

Naturgraphit: Abhängigkeit von China belastet europäische Batterieproduktion

Graphit-Importe in die EU sinken bei steigenden Preisen. Die Abhängigkeit von China bei der Veredelung gefährdet die europäische Batteriezellproduktion.

Dr. Web

Naturgraphit ist ein essenzieller Rohstoff für die moderne Batterietechnologie, doch die Europäische Union steht vor einer massiven Versorgungslücke. Während der Bedarf durch den Ausbau der Elektromobilität stetig steigt, sind die Einfuhren in die EU von 162.700 Tonnen im Jahr 2023 auf 67.200 Tonnen im Jahr 2025 gesunken. Diese Entwicklung verdeutlicht die hohe Abhängigkeit von außereuropäischen Lieferketten, insbesondere von China, das derzeit den Großteil der weltweiten Veredelungskapazitäten für Anodenmaterial kontrolliert.

Warum ist die Abhängigkeit von China kritisch?

China dominiert nicht nur die Rohstoffgewinnung, sondern vor allem die komplexen Veredelungsstufen des Kugelmahlens, Reinigens und Beschichtens. Etwa 44 Prozent des Endwerts von Anodenmaterial entfallen auf diesen Prozessschritt. Da außerhalb Chinas kaum industrielle Kapazitäten für die Herstellung von batteriefähigem Graphit vorhanden sind, treffen Handelsbeschränkungen aus Peking die europäischen Zellfabriken unmittelbar. Der Preis für Naturgraphit stieg im gleichen Zeitraum von 0,80 Euro auf 1,40 Euro pro Kilogramm, was die Produktionskosten für Batterien spürbar unter Druck setzt.

Welche politischen Entwicklungen stehen bevor?

Die internationale Handelspolitik bleibt angespannt. Am 10. November 2026 endet eine von Peking gewährte Aussetzung von Exportkontrollen für Lithiumbatterien und künstliches Anodenmaterial. Bis zu diesem Termin bleibt der Export ohne Lizenzpflicht möglich, danach droht eine erneute Verschärfung der Marktzugangsbedingungen. Die USA haben bereits auf diese Dynamik reagiert, entschieden sich jedoch im März 2026 gegen Strafzölle, um den Aufbau einer eigenen Industrie nicht durch höhere Kosten zu behindern.

Wie reagiert die Europäische Union auf den Engpass?

Die EU stuft Naturgraphit im Rahmen ihrer Rohstoffstrategie als strategisch bedeutsam ein und strebt bis 2030 höhere Autarkiequoten an. Im März 2025 wurden 47 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 22,5 Milliarden Euro für kritische Rohstoffe identifiziert, darunter Vorhaben zur Graphitgewinnung in Europa. Bislang konnten diese Maßnahmen jedoch die Lücke bei der Veredelung noch nicht schließen. Weitere Einzelheiten zur langfristigen Effektivität dieser Projekte gehen aus den verfügbaren Quellen nicht hervor.

Quelle: https://www.drweb.de/naturgraphit/

bottom of page