Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat ihre neue Ansiedlungsstrategie präsentiert, um das Bundesland als attraktiven Standort für zukunftsfähige Unternehmen zu etablieren. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Energiebranche, die Ansiedlung von Rechenzentren sowie die Gesundheitstechnik. Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) betonte, dass Schleswig-Holstein durch die vorhandene Windenergie und verfügbare Flächen ein Alleinstellungsmerkmal besitze, das für viele Branchen von hoher Relevanz sei.
Stärkung industrieller Wertschöpfungsketten
Ein zentrales Ziel der Strategie ist es, über einzelne Unternehmen hinaus ganze Wertschöpfungsketten im Land zu entwickeln. Dies umfasst sowohl die Produktion von Komponenten für die Windkraft als auch die Entwicklung und den Betrieb von Energiespeichern. Um den hohen Bedarf an klimafreundlicher Energie zu decken und ein klimaneutrales Industrieland bis zum Jahr 2040 zu werden, sieht das Wirtschaftsministerium hier erhebliches Potenzial für innovative Arbeitsplätze.
Fokus auf Großspeicher und Industrieflächen
Ein konkreter Baustein der Energiewende vor Ort ist der Bau von Großspeichern, die unter anderem auf ehemaligen Atomkraftwerksgeländen entstehen sollen. Diese Speicher dienen der Stabilisierung der Stromnetze und der effizienten Nutzung erneuerbarer Energien. Während die Strategie von Branchenvertretern positiv bewertet wird, äußern andere Stimmen, wie der FDP-Landtagsabgeordnete Bernd Buchholz, Kritik an der mangelnden Bereitstellung von Flächen und einem fehlenden konkreten Fahrplan zur Erreichung der Klimaziele.
Potenzial von Rechenzentren und Rüstungsindustrie
Neben der Energietechnik soll verstärkt um Unternehmen aus der Rüstungsindustrie geworben werden. Hierbei setzt die Politik auf Synergien mit zivilen Anwendungen, wie etwa bei Unterwasserdrohnen. Auch Rechenzentren werden als Ansiedlungsziel verfolgt, wobei deren hoher Energieverbrauch durch die Nutzung von Abwärme für Fernwärmenetze oder landwirtschaftliche Gewächshäuser kompensiert werden soll. Der Erfolg der Strategie wird jedoch daran gemessen werden, ob den ambitionierten Zielen auch eine ausreichende Flächenverfügbarkeit und konkrete Umsetzungsschritte folgen.
