Offshore-Windbranche fordert Reform des Ausschreibungsdesigns in der WindSeeG-Novelle
Die Offshore-Windbranche fordert in der WindSeeG-Novelle Differenzverträge statt Nullrunden, um den Ausbau der Windkraft in Deutschland zu sichern.

Angesichts der ausgebliebenen Gebote bei der Offshore-Ausschreibung für Flächen in der Nordsee im Jahr 2025 sowie der Verschiebung geplanter Auktionen für 2026 auf das Jahr 2027 wächst der Druck auf die Bundesregierung, das Vergabesystem für Offshore-Windprojekte zu reformieren. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und die Stiftung Offshore-Windenergie fordern im Zuge der aktuellen WindSeeG-Novelle eine grundlegende Neugestaltung, um den notwendigen Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland abzusichern.
Kritik am bisherigen Vergabesystem
Das bisherige Ausschreibungsverfahren sieht vor, dass Unternehmen primär über die Höhe ihrer Zahlungsbereitschaft an den Staat konkurrieren, ohne dabei eine Absicherung gegen volatile Strompreise zu erhalten. Branchenvertreter sehen in diesem Modell eine Hauptursache für die gescheiterte Auktion von 2,5 Gigawatt Kapazität im August 2025. Während die Bundesregierung die Verschiebung der Ausschreibungen für 2026 mit Verzögerungen bei der Fertigung von Konverterplattformen begründet, mahnen die Verbände strukturelle Fehlsteuerungen an.
Forderung nach Differenzverträgen
Die EU-Strommarktreform schreibt für neue Anlagen ab dem 17. Juli 2027 den Einsatz von zweiseitigen Differenzverträgen (CfDs) oder gleichwertigen Instrumenten vor, um Preisrisiken abzufedern. Der vorliegende Entwurf zur WindSeeG-Novelle sieht CfDs jedoch lediglich als nachrangige Option vor, falls das primäre Auktionsmodell keine Gebote erbringt. Sowohl der BEE als auch die Stiftung Offshore-Windenergie plädieren dafür, zweiseitige Differenzverträge von Anfang an gleichberechtigt als Standardinstrument zu etablieren. Eine fehlende Absicherung könne laut einer zitierten IRENA-Studie die Stromgestehungskosten bei Offshore-Projekten um 30 bis 35 Prozent erhöhen.
Umgang mit bereits vergebenen Flächen
Ein weiteres Problem stellen bereits vergebene Flächen mit insgesamt rund 16 Gigawatt dar, für die bisher keine finalen Investitionsentscheidungen getroffen wurden. Verschlechterte Rahmenbedingungen bei Kosten, Lieferketten und Strompreiserwartungen blockieren hier die Fortschritte. Die Stiftung Offshore-Windenergie schlägt daher eine befristete Rückgabemöglichkeit für diese Zuschläge vor, um eine jahrelange Blockade der Flächen zu verhindern.