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Polizeiliche Großfahndung nach Sabotage am deutschen Stromnetz

Nach Sabotageakten am Stromnetz sucht die Polizei mit einem Großaufgebot im Hambacher Forst nach einem Tatverdächtigen. Sprengstofffunde erhärten die Lage.

Wöchentlich

Nach einer Serie versuchter Sabotageangriffe auf das deutsche Stromnetz hat die Polizei einen großangelegten Einsatz im Hambacher Forst durchgeführt. Mit einem Aufgebot von bis zu 100 Fahrzeugen suchten die Einsatzkräfte den 48-jährigen Tatverdächtigen Daniel V. oder nach Hinweisen, die zu seinem Aufenthaltsort führen könnten. Die Durchsuchungsmaßnahmen erstreckten sich auch auf bestehende Strukturen wie Baumhäuser in dem Waldgebiet.

Ermittlungen zu Sabotageakten

Die versuchten Sabotageakte konzentrierten sich in den vergangenen Tagen auf Standorte in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen. In allen drei Bundesländern spielt die Braunkohleverstromung eine Rolle. Die Ermittler waren zuvor bereits in der Wohnung des Verdächtigen in Gevelsberg fündig geworden, wo Sprengstoff sichergestellt wurde. Ein Spezialeinsatzkommando stürmte zudem in Niederzier einen zum Wohnmobil umgebauten Lastwagen, der dem Mann zugeordnet wurde, wobei dieser jedoch nicht angetroffen werden konnte.

Hintergrund der Fahndung

Auslöser der intensiven Suche sind mehrere bei Medienhäusern eingegangene Bekennerschreiben, die den Ermittlern vorliegen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) stufte die darin enthaltenen Informationen als eindeutiges Täterwissen ein. Die Polizei fahndet neben dem Mann nun auch verstärkt nach einem Fahrrad, das der Tatverdächtige möglicherweise für seine Flucht genutzt haben könnte.

Der Hambacher Forst als Symbol

Das Waldgebiet zwischen Köln und Aachen ist seit Jahren ein Brennpunkt der Debatte um die Energiewende. Der Wald, der an den Braunkohletagebau Hambach grenzt, wurde durch die jahrelangen Proteste gegen Rodungen zum Symbol für den Widerstand gegen die Kohleverstromung. Die polizeilichen Maßnahmen verdeutlichen die Ernsthaftigkeit der Bedrohungslage für die Versorgungssicherheit der kritischen Infrastruktur.

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