Schweiz erreicht Photovoltaik-Zwischenziel vorzeitig und verzeichnet Speicherboom
Die Schweiz erreicht 2035-Solarziel bereits 2026. Der Batteriespeicher-Markt verzeichnete 2025 einen massiven Zuwachs von 70 Prozent.

Der Ausbau der Photovoltaik in der Schweiz verläuft deutlich schneller als ursprünglich geplant. Wie der Branchenverband Swissolar unter Berufung auf Daten des Bundesamtes für Energie (BFE) mitteilt, decken Solaranlagen inzwischen rund 14 Prozent des schweizerischen Stromendverbrauchs. Damit hat sich die Photovoltaik als zweitwichtigste Quelle erneuerbarer Energien hinter der Wasserkraft etabliert. Trotz eines temporären Marktrückgangs im Vorjahr geht Swissolar davon aus, dass das für 2035 formulierte Ausbauziel von 11,4 Terawattstunden bereits Ende 2026 erreicht wird – also neun Jahre vor dem ursprünglichen Zeitplan.
Wie entwickelt sich der Speichermarkt in der Schweiz?
Parallel zum Photovoltaikausbau verzeichnet die Schweiz ein starkes Wachstum bei Batteriespeichern. Im Jahr 2025 wuchs der Markt für Heimspeicher und gewerbliche Batterien um 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt waren Ende 2025 mehr als 93.000 Speichersysteme mit einer Gesamtkapazität von 1.380 Megawattstunden am Netz. Für das Jahr 2026 prognostiziert Swissolar eine weitere Verdopplung der neu installierten Speicherkapazität. Um diesen Trend fortzusetzen, fordert der Verband die Verteilnetzbetreiber dazu auf, verstärkt auf Tarifanreize und einheitliche Datenstandards zu setzen, während auf Bundesebene die nationale Speicherstrategie zügig umgesetzt werden müsse.
Welche politischen Anpassungen fordert die Branche?
Trotz des erreichten Zwischenziels warnt der Branchenverband vor zu viel Euphorie hinsichtlich der langfristigen Klimaziele. Um den Bedarf an erneuerbarer Stromproduktion bis 2050 auf die angestrebten 45 Terawattstunden – exklusive Wasserkraft – zu steigern, seien weitere politische Anpassungen erforderlich. Der Verband empfiehlt die Verbesserung der Rahmenbedingungen für lokale Strommodelle wie Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) und lokale Energiegemeinschaften (LEG). Zudem schlägt Swissolar eine Erhöhung der staatlichen Einmalvergütung vor, um den Zubau sowie die Kombination von Solaranlagen mit Batteriespeichern ökonomisch attraktiver zu gestalten. Aus den verfügbaren Angaben geht nicht hervor, ob die Politik bereits konkrete Zeitpläne für diese vorgeschlagenen Maßnahmen festgelegt hat.
Quelle: https://www.photovoltaik.eu/foerderung/speicherzubau-der-schweiz-boomt-zwischenziel-fuer-photovoltaikziel-erreicht