Das Unternehmen PLM Power, eine Tochtergesellschaft von PacificLight Power, hat den Bau eines neuen 670-Megawatt-Gaskraftwerks auf Jurong Island in Singapur begonnen. Das Projekt zeichnet sich durch die erstmalige Kombination eines Gaskraftwerks in dieser Größenordnung mit einem großflächigen Batteriespeichersystem (BESS) aus. Die Investitionskosten für das Facility-Projekt belaufen sich auf 1,2 Milliarden Singapur-Dollar. Nach der Fertigstellung, die für das Jahr 2029 geplant ist, soll das Kraftwerk die Stromversorgung für bis zu 1,2 Millionen Vier-Zimmer-Wohnungen sichern.
Die Integration eines 80-MW-Lithium-Ionen-Batteriespeichersystems ist ein zentraler Bestandteil der Anlagentechnik. Dieser Speicher soll die operative Resilienz des Kraftwerks erhöhen und eine schnelle Reaktion bei Netzinstabilitäten ermöglichen. Laut Unternehmensangaben erlaubt die hohe Reaktionsgeschwindigkeit des Speichers von unter zwei Sekunden den Einsatz einer größeren und effizienteren Gasturbine, ohne die Stabilität des Gesamtsystems zu gefährden. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund sinnvoll, dass Singapur zunehmend Solarenergie in das Stromnetz einspeist, was aufgrund von wetterbedingten Schwankungen der Energieerzeugung zu Herausforderungen bei der Netzstabilität führt.
Das Kraftwerk ist zudem als wasserstofftaugliche Anlage konzipiert. Die eingesetzte Gasturbine kann bereits bei der Inbetriebnahme mit einem Wasserstoffanteil von bis zu 30 Prozent betrieben werden. Dies entspricht den regulatorischen Vorgaben der Energy Market Authority (EMA), nach denen neue Gaskraftwerke ab 2024 mindestens für eine 30-prozentige Wasserstoffbeimischung ausgelegt sein müssen. Langfristig strebt PacificLight den vollständigen Übergang zu klimaneutralem Wasserstoff an, wobei der CEO des Unternehmens, Yu Tat Ming, auf bestehende Herausforderungen hinsichtlich der Verfügbarkeit, der Produktionskosten und der erforderlichen Logistikinfrastruktur hinwies.
Der Bau der Anlage erfolgt durch die Unternehmen Mitsubishi Power und Jurong Engineering. Neben der Errichtung des Kraftwerks ist PacificLight bereits in weitere Projekte zur nachhaltigen Energieversorgung involviert, darunter der Import von Solarenergie aus Indonesien über Unterseekabel sowie der Betrieb von Anlagen zur energetischen Verwertung von Abfallholz. Mit der neuen Investition reagiert das Unternehmen auf den prognostizierten Anstieg des Strombedarfs in Singapur, der durch den Ausbau der digitalen Wirtschaft, fortschrittliche Fertigungsprozesse und die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen getrieben wird.
