Solarausschreibungen 2025: Überzeichnung und steigende Zuschlagswerte
Analyse der Solarausschreibungen 2025: 7.251 MW bezuschlagt, steigende Kosten durch Netzanschlüsse und wachsender Anteil von Agri-PV und besonderen Solaranlagen.

Die Ausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Deutschland waren im Jahr 2025 intensiv umkämpft. Trotz einer kontinuierlichen Überzeichnung aller drei Ausschreibungsrunden im ersten Segment stiegen die durchschnittlichen Zuschlagswerte im Jahresverlauf von 4,66 auf 5,00 Cent pro Kilowattstunde an, wie aus einer aktuellen Analyse der Fachagentur Wind und Solar hervorgeht.
Warum stiegen die Zuschlagswerte trotz des hohen Wettbewerbs?
Der Anstieg der Zuschlagswerte ist laut Andreas Wade von der Fachagentur Wind und Solar vor allem auf veränderte Rahmenbedingungen zurückzuführen. Während in der Vergangenheit sinkende Systemkosten zu fallenden Gebotswerten führten, belasten heute zunehmend Faktoren wie gestiegene Netzanschlusskosten das Preisniveau. Zusätzlich beeinflussen Unsicherheiten bezüglich künftiger rechtlicher Anpassungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie im Netzpaket die Kalkulationen der Projektierer, was zu höheren Risikoaufschlägen führt.
Welche Anlagentypen und Regionen sind besonders stark vertreten?
Bei den bezuschlagten Projekten dominierten Anlagen im mittleren Leistungsbereich zwischen zwei und zehn Megawatt, wobei auch Projekte im Bereich von zehn bis 20 Megawatt an Bedeutung gewannen. Den größten Flächenanteil stellten Randstreifen entlang von Verkehrswegen sowie landwirtschaftliche Flächen in benachteiligten Gebieten. Besonders hervorzuheben ist der Zuwachs bei speziellen Solaranlagen, etwa Agri-, Moor- oder Floating-Photovoltaik, deren bezuschlagte Leistung von 145 Megawatt im Jahr 2023 auf 513 Megawatt im Jahr 2025 stieg. Regional bleibt Bayern mit einem Anteil von über 30 Prozent das volumenstärkste Bundesland, gefolgt von Brandenburg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz.
Wie schätzen Experten den weiteren Ausbaubedarf ein?
Die installierte Solarleistung in Deutschland erreichte zum Jahresende 2025 einen Stand von 117,8 Gigawatt. Um das politisch gesteckte Ziel von 215 Gigawatt bis 2030 zu erreichen, ist nach Einschätzung der Fachagentur ein jährlicher Zubau von 18 bis 20 Gigawatt erforderlich. Experten betonen, dass ein bloßer Wettbewerb in Ausschreibungen für dieses Wachstum nicht ausreicht. Vielmehr seien stabile Rahmenbedingungen, insbesondere bei der Planung und Umsetzung des Netzanschlusses, entscheidend für den weiteren Erfolg der solaren Energiewende. Weitere Einzelheiten zur Marktentwicklung können der vollständigen Analyse entnommen werden.
Quelle: https://www.photovoltaik.eu/foerderung/7250-megawatt-erhalten-zuschlag-bei-solarausschreibungen