Solarpark Halenbeck-Rohlsdorf II mit 114 MWp offiziell in Betrieb
Der 114-MWp-Solarpark Halenbeck-Rohlsdorf II in Brandenburg nimmt Betrieb auf. Grünstrom wird via PPAs an drei Unternehmen geliefert. Keine EEG-Förderung.

Im Norden Brandenburgs hat der Solarpark Halenbeck-Rohlsdorf II offiziell den Betrieb aufgenommen. Die Photovoltaikanlage verfügt über eine installierte Kapazität von rund 114 Megawatt-Peak (MWp) und ist auf eine jährliche Stromerzeugung von bis zu 120.000 Megawattstunden ausgelegt. Dies entspricht rechnerisch dem Bedarf von etwa 48.000 Haushalten und ermöglicht eine jährliche CO2-Einsparung von zirka 50.000 Tonnen.
Direktstrombezug durch Power-Purchase-Agreements
Die Vermarktung des erzeugten Stroms erfolgt über langfristige Power-Purchase-Agreements (PPAs), die eine unmittelbare Versorgung von drei Unternehmen sicherstellen. Zu den Abnehmern gehören Shell Energy Europe, die Finanz Informatik sowie die Finanz Informatik Technologie Service. Shell hat sich vertraglich verpflichtet, über einen Zeitraum von zehn Jahren rund 75 Prozent des produzierten Stroms abzunehmen, wobei ein Teil der Energie in die Wasserstoffproduktion einfließen soll. Durch diese vertragliche Absicherung stärken die Unternehmen ihre Energiesouveränität und mindern Risiken durch Strompreisschwankungen.
Finanzierung und wirtschaftliche Einordnung
Das Solarparkprojekt verzichtet vollständig auf öffentliche Förderungen oder garantierte Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Refinanzierung der Anlage erfolgt ausschließlich über die Direktvermarktung des Stroms. Das Investitionsvorhaben wurde von der DAL Deutsche Anlagen-Leasing in Zusammenarbeit mit der pvx energy GmbH realisiert, wobei die DAL als Co-Investor sowie als Strukturgeber für die Fremdfinanzierung fungierte. An der Finanzierung beteiligte sich ein Konsortium aus mehreren Sparkassen.
Bedeutung für die regionale Wirtschaft
Neben dem Beitrag zur Energiewende und der Versorgungssicherheit kritischer digitaler Infrastrukturen bringt der Solarpark auch ökonomische Vorteile für die Standortgemeinde. Neben der Schaffung langfristiger Arbeitsplätze profitiert die Region durch Gewerbesteuerzahlungen und Gemeindeabgaben direkt von der Inbetriebnahme der Anlage. Das Projekt gilt damit als Beispiel für eine marktorientierte Energiewende, bei der die Versorgungssicherheit für Industrie und Gewerbe ohne staatliche Beihilfen gewährleistet wird.