Sophia Space und Caltech patentieren System für solarbetriebene Orbit-Rechenzentren
Sophia Space und das Caltech patentieren ein modulares, solarbetriebenes Kühlsystem für Rechenzentren im Orbit, um die Skalierbarkeit von KI-Anwendungen zu fördern.

Das Startup Sophia Space hat in Zusammenarbeit mit dem California Institute of Technology (Caltech) ein Patent für eine neuartige Architektur von Rechenzentren im Orbit gesichert. Die Technologie soll ein zentrales Problem der Weltraum-Computing-Infrastruktur lösen: die effiziente Abführung der Abwärme von leistungsstarken Prozessoren, die für künstliche Intelligenz benötigt werden.
Was ist das Besondere an der neuen TILE-Technologie?
Die von Sophia Space entwickelte Lösung basiert auf modularen Einheiten, den sogenannten TILEs (Thermal Integrated LEO Edge). Jedes dieser 4-Zoll-Quadratmeter-Module ist mit vier Prozessoren bestückt. Das System nutzt die auf der sonnenzugewandten Seite installierten Solarzellen zur Stromversorgung, während die entgegengesetzte Seite die überschüssige Wärme passiv in das kalte Vakuum des Weltraums abstrahlt. Durch den Verzicht auf komplexe Kühlsysteme mit Flüssigkeiten oder Wärmepumpen innerhalb des Satellitenbusses soll eine deutlich höhere Skalierbarkeit erreicht werden. Die Vernetzung der einzelnen Module erfolgt dabei rein über Glasfaserverbindungen, wodurch auf zusätzliche Kupferleitungen zur Strom- oder Wärmeübertragung zwischen den Einheiten verzichtet wird.
Wie sieht der weitere Zeitplan aus?
Nach der Patenterteilung am 14. Juli 2026 plant das Unternehmen die nächsten Schritte zur Marktreife. Für das kommende Jahr ist ein erster Technologiedemonstrator in Kooperation mit Apex Satellites vorgesehen, bei dem eine Einheit mit vier GPUs getestet werden soll. Der kommerzielle Vertrieb der TILE-Systeme und entsprechender Komponenten ist für 2028 angestrebt, gefolgt von Tests innerhalb einer Satellitenkonstellation zwischen 2029 und 2030. Während das Unternehmen durch das Patent seine geistigen Eigentumsrechte schützt, betont das Management, dass der Ansatz primär als Beitrag zur globalen Infrastruktur und Skalierbarkeit von Rechenleistung im Weltraum zu verstehen sei. Weitere Einzelheiten zur spezifischen Leistungskonfiguration der Prozessoren sowie zu langfristigen Finanzierungsdetails über die genannten Schritte hinaus gehen aus den verfügbaren Quellen nicht hervor.
Quelle: https://www.geekwire.com/2026/sophia-space-caltech-ai-patent-orbital-data-centers/