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Spanien führt 9-Milliarden-Euro-Kapazitätsmarkt für Stromnetzstabilität ein

Spanien investiert 9 Mrd. EUR in einen Kapazitätsmarkt und erhöht die Mittel für Netzreformen auf 17 Mrd. EUR, um Netzstabilität und Speicher zu stärken.

IndexBox Inc.

Spanien plant die Einführung eines umfassenden Kapazitätsmarktes für sein nationales Stromsystem, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten und die Integration von Energiespeichern sowie Maßnahmen zur Nachfragesteuerung voranzutreiben. Das von der stellvertretenden Ministerpräsidentin und Ministerin für ökologischen Wandel, Sara Aagesen, vorgestellte Programm sieht Investitionen in Höhe von 9 Milliarden Euro vor. Ziel ist es, durch die Vergütung von Verlässlichkeit und Flexibilität das Stromnetz widerstandsfähiger gegen Störungen zu machen.

Technologieneutrale Auktionen für mehr Flexibilität

Die Vergabe der Kapazitätszusagen erfolgt über ein technologieneutrales Auktionsmodell, das sowohl feste Kapazitäten als auch Vergütungspreise definiert. Um die Klimaziele zu unterstützen, dürfen geförderte Erzeugungsprojekte eine Emissionsgrenze von 500 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde nicht überschreiten. Die Auktionen gliedern sich in drei Kategorien: Hauptauktionen für neue und bestehende Anlagen, jährliche Anpassungsauktionen für den kurzfristigen Betrieb sowie Übergangsauktionen zur sofortigen Sicherung der Energieversorgung.

Investitionsoffensive für Netzinfrastruktur

Ergänzend zum Kapazitätsmarkt hat Spanien die Mittel für den Netzausbau massiv aufgestockt. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen 17 Milliarden Euro in notwendige Netzreformen fließen – eine deutliche Erhöhung gegenüber der ursprünglichen Planung von 13,6 Milliarden Euro. Diese Mittel dienen unter anderem dem Erreichen der Ziele des Nationalen Energie- und Klimaplans, der eine Kapazität von 76 Gigawatt für Solar-Photovoltaik vorsieht. Zudem wurden die Ausbauziele für Umspannwerke um 17 Prozent und für neue Stromleitungen um 11 Prozent nach oben korrigiert.

Hintergrund der Maßnahmen

Die Entscheidung zur Stärkung des Stromsystems reagiert auf zunehmende Herausforderungen bei der Netzstabilität, insbesondere nach dem iberischen Stromausfall im Vorjahr. Ein weiteres zentrales Problem ist die zunehmende Abregelung von erneuerbaren Energien. Daten von Aurora Energy Research verdeutlichen die Dringlichkeit der Maßnahmen: Im ersten Halbjahr 2026 erreichte die Abregelung bereits 2,5 Terawattstunden, was mehr als das Dreifache des Vorjahreszeitraums entspricht. Das Kapazitätsmarktprogramm wurde in enger Abstimmung mit der Europäischen Kommission entwickelt, die das Investitionsvorhaben im Mai genehmigte.

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