Steigende Gefahr durch Phishing für kritische Industriebranchen
Phishing-Angriffe sind mit über 50% der häufigste Einstiegsweg für Cyberattacken. Energie- und Fertigungsunternehmen sind besonders gefährdet.

Die Bedrohungslage im Bereich der Cybersicherheit hat sich im zweiten Quartal 2026 deutlich verschärft. Neue Daten von Cisco Talos Incident Response belegen, dass Phishing-Attacken aktuell der primäre Einstiegsweg für Angreifer sind. Während der Anteil solcher Angriffe im ersten Quartal noch bei etwa einem Drittel lag, ist er nun auf über die Hälfte aller untersuchten Sicherheitsvorfälle angestiegen. Diese Entwicklung verdeutlicht die wachsende Gefahr für Unternehmen in kritischen Sektoren wie der Energieversorgung, der Fertigung und dem Bauwesen.
Wie führen Angreifer ihre Attacken aus?
Die Angreifer setzen zunehmend auf eine Kombination aus Social Engineering und dem Missbrauch legitimer Software. In vielen Fällen geben sich Kriminelle, beispielsweise durch Vishing – Phishing per Telefonanruf über Plattformen wie Microsoft Teams –, als IT-Support aus, um Zugriff auf Unternehmenssysteme zu erlangen. Sobald der Zugang gesichert ist, installieren sie legitime Fernwartungstools wie AnyDesk oder Microsoft Quick Assist, um ihre Aktivitäten zu tarnen und Systemrechte zu erlangen. Diese Methoden führen oft in kürzester Zeit zur Verschlüsselung von Dateien durch Ransomware.
Warum sind diese Angriffe so effektiv?
Die Professionalisierung der Angriffsinfrastruktur erschwert die Abwehr erheblich. Plattformen wie Logokit ermöglichen es Angreifern, täuschend echte Phishing-Seiten zu erstellen, die Logos und Design legitimer Unternehmensdomains automatisch übernehmen. Zudem nutzen Cyberkriminelle spezialisierte Schnittstellen, um Mehrfaktor-Authentifizierungsverfahren (MFA) durch Device-Code-Phishing zu umgehen. In 65 Prozent der untersuchten Fälle des zweiten Quartals spielten Manipulationen an Authentifizierungsmechanismen eine entscheidende Rolle.
Welche Schutzmaßnahmen sind erforderlich?
Experten raten Unternehmen eindringlich dazu, den Einsatz von Fernwartungssoftware strenger zu regulieren und zu überwachen. Da herkömmliche Authentifizierungsmethoden wie SMS-Codes oder Standard-Apps zunehmend ausgehebelt werden, wird der Umstieg auf phishing-resistente Verfahren, wie beispielsweise FIDO2-Sicherheitsschlüssel, empfohlen. Weitere Einzelheiten zur spezifischen Absicherung der IT-Infrastruktur gehen aus den verfügbaren Quellen nicht hervor.
Quelle: https://borncity.com/news/phishing-angriffe-ueber-50-aller-sicherheitsvorfaelle-beginnen-damit/