Studie belegt: Photovoltaik senkt Stromkosten in Deutschland trotz Systembelastungen
Eine neue Studie zeigt: Photovoltaik senkte Stromkosten in Deutschland um 15,7 Mrd. Euro, doch hohe Netz- und Förderkosten halten das Preisniveau dennoch hoch.

Der Ausbau der Photovoltaik hat im vergangenen Jahr zu einer spürbaren Entlastung des deutschen Strommarktes geführt. Laut einer Analyse der Energieberatungsagentur Enervis, die im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Solarwirtschaft (BSW) erstellt wurde, konnten durch die Nutzung von Solarstrom Kosten in Höhe von insgesamt 15,7 Milliarden Euro eingespart werden. Davon profitierten sowohl private Haushalte als auch Unternehmen, wobei die Stromrechnung für Privathaushalte ohne diesen Effekt um durchschnittlich 100 Euro pro Jahr höher ausgefallen wäre. Industriebetriebe mit einem Verbrauch von zehn Gigawattstunden hätten rechnerisch Mehrkosten in Höhe von 235.000 Euro tragen müssen.
Hohe Abgaben und Netzausbau belasten Endpreise
Obwohl die Solarenergie einen dämpfenden Einfluss auf den Börsenstrompreis ausübt, bleibt das Preisniveau für deutsche Verbraucher im internationalen Vergleich sehr hoch. Laut Daten des Vergleichsportals Verivox gehört Deutschland mit einem Strompreis von 35,6 Cent pro Kilowattstunde zu den teuersten G20-Staaten. Ein wesentlicher Grund hierfür sind staatliche Steuern, Abgaben und die hohen Kosten für den notwendigen Ausbau der Stromnetze, die über Netzentgelte direkt auf die Stromrechnungen umgelegt werden. Zudem wird die Förderung für Wind- und Solarkraft über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) maßgeblich durch den Bundeshaushalt mitfinanziert.
Herausforderungen durch Marktmechanismen
Ein strukturelles Problem bleibt die Diskrepanz zwischen sinkenden Börsenpreisen zur Mittagszeit und den festen Vergütungssätzen für Anlagenbetreiber. Wenn das hohe Angebot an Solarstrom die Börsenpreise drückt, liegt die gesetzlich fixierte Vergütung häufig über dem erzielten Markterlös. Die resultierende Differenz wird über die EEG-Förderung ausgeglichen, was den Bundeshaushalt belastet. Experten weisen darauf hin, dass die Kostenbelastung durch diese Vergütungsmechanismen steigt, während der Marktwert des produzierten Stroms sinkt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, werden aktuell Maßnahmen diskutiert, darunter eine mögliche Anpassung der Förderungen für kleinere Photovoltaikanlagen sowie eine zeitliche Abstimmung des Ausbaus von Erzeugung und Netzinfrastruktur, um negative Strompreise und Netzengpässe zu vermeiden.