SuedLink: Tunnel unter der Elbe fertiggestellt
Tennet hat den Elbtunnel für SuedLink fertiggestellt. Die Stromautobahn mit 4 GW Übertragungsleistung soll Ende 2028 in Betrieb gehen.

Bei dem Großprojekt SuedLink wurde ein wichtiger bautechnischer Meilenstein erreicht. Der Tunnelvortrieb für die Elbquerung, das sogenannte Projekt ElbX, ist abgeschlossen. Der rund 5,2 Kilometer lange Tunnel verbindet Wewelsfleth in Schleswig-Holstein mit Wischhafen in Niedersachsen und dient als zentrale Verbindung zwischen den dortigen Bauabschnitten. Die eingesetzte Tunnelbohrmaschine hatte ihre Arbeit im Februar 2025 aufgenommen und den Zielschacht im Juni 2026 erreicht. Nach der Demontage der Bohreinheit beginnen nun die Vorbereitungen für den Einzug der insgesamt sechs Kabel, die für die beiden SuedLink-Systeme sowie als Reserve benötigt werden.
Zentrale Stromautobahnen für die Energiewende
SuedLink ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte in Deutschland, um den in Norddeutschland erzeugten Windstrom in die südlichen Verbrauchszentren zu leiten. Die Verbindung, die gemeinsam von Tennet Germany und TransnetBW realisiert wird, verfügt über eine Übertragungsleistung von insgesamt 4 Gigawatt (GW). Die Inbetriebnahme der gesamten Trasse ist für Ende 2028 geplant. Neben SuedLink befinden sich weitere große Nord-Süd-Gleichstromverbindungen in der Umsetzung. Ultranet mit einer Leistung von rund 2 GW soll bereits 2026 den Betrieb aufnehmen, gefolgt von A-Nord im Jahr 2027 mit ebenfalls 2 GW. SuedOstLink ist ebenfalls für eine Kapazität von 4 GW ausgelegt, wobei der erste Teilabschnitt mit 2 GW starten soll.
Hintergründe zu den Verzögerungen beim Netzausbau
Die Fertigstellung der großen Stromtrassen ist mit einer zeitlichen Verzögerung von rund sechs Jahren gegenüber der ursprünglichen Planung verbunden. Ursprünglich sollten diese Übertragungskapazitäten bereits zum Zeitpunkt des Atomausstiegs Ende 2022 zur Verfügung stehen. Ein entscheidender Faktor für die Verschiebung war die politische Entscheidung aus dem Jahr 2015, bei den Gleichstromtrassen verstärkt auf Erdkabel statt auf Freileitungen zu setzen. Diese Planänderung erforderte eine umfangreiche Neukonzeption der Projekte, was mit erheblichen Mehrkosten in Milliardenhöhe einherging.
Bedeutung für die Netzstabilität
Die neuen Verbindungen sollen maßgeblich dazu beitragen, Netzengpässe zu reduzieren. Durch die erhöhten Transportkapazitäten zwischen dem windreichen Norden und dem Süden sinkt der Bedarf für kurzfristige Eingriffe in den Netzbetrieb, den sogenannten Redispatch, sowie die notwendige Abregelung von Windenergieanlagen bei Netzüberlastung. Dies steigert die Effizienz der Stromversorgung und unterstützt den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien.