Die Tamil Nadu Green Energy Corporation Limited (TNGECL) kündigte die Einführung eines digitalen Portals für den 1. Oktober an, um das Antragsverfahren für Solar-, Wind- und Hybrid-Energieprojekte effizienter zu gestalten. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund der Bemühungen des indischen Bundesstaates, die Kapazitäten im Bereich der erneuerbaren Energien signifikant auszubauen und damit auf anhaltende Engpässe in der Stromversorgung zu reagieren.
Das neue Portal umfasst einen zehnstufigen Prozess, der unter anderem die Beantragung der Netzanbindung digitalisiert. Projektierer müssen in einer ersten Phase grundlegende Projektdaten hinterlegen sowie eine Anmeldegebühr und eine Sicherheitsleistung entrichten. Nach der Einreichung erfolgt eine Prüfung durch den zuständigen Ingenieurbereich, wobei für Rückfragen seitens der Behörden eine Frist von 30 Tagen gilt. Nach einer erfolgreichen vorläufigen Annahme haben Antragsteller sechs Monate Zeit, die erforderlichen Grundstücksnachweise zu erbringen, bevor mit der baulichen Umsetzung begonnen werden kann.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist ein zentrales Ziel der regionalen Energiepolitik. Die TNGECL strebt an, bis zum Ende des aktuellen Geschäftsjahres mindestens 1.500 Megawatt (MW) neue Solarkapazität in Betrieb zu nehmen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Integration von Batteriespeichersystemen, die dazu beitragen sollen, die schwankende Erzeugung aus Photovoltaikanlagen zu stabilisieren und die Versorgungssicherheit in Zeiten hoher Nachfrage zu verbessern.
Obwohl Branchenvertreter die Formalisierung des Antragsverfahrens begrüßen, gibt es Kritik an den konkreten Details der geplanten Umsetzung. Der Verband der Erneuerbare-Energien-Erzeuger hat Bedenken geäußert, dass die vorgesehenen Anforderungen an Dokumente nicht vollständig mit bestehenden regulatorischen Vorgaben der staatlichen Elektrizitätskommission übereinstimmen könnten. Kritisiert wurde insbesondere die Forderung nach Nachweisen, die für Projekte in der Antragsphase technisch noch gar nicht verfügbar seien, sowie die Einbeziehung von Umweltauflagen, für die Erneuerbare-Energien-Projekte eigentlich eine Befreiung besitzen. Es bleibt abzuwarten, ob die Behörde vor dem offiziellen Start des Portals noch Anpassungen an den geforderten Unterlagen vornehmen wird.
