Umsatzrückgang beim Kunststoffrecycling-Spezialisten Erema
Der Anlagenbauer Erema meldet einen Umsatzrückgang von 28 Prozent auf 235 Millionen Euro. Marktunsicherheiten und Investitionszurückhaltung belasten die Branche.

Der österreichische Hersteller von Kunststoffrecyclinganlagen, Erema, hat für das vergangene Geschäftsjahr, das Ende März endete, einen deutlichen Umsatzrückgang gemeldet. Mit 235 Millionen Euro erzielte das Unternehmen rund 95 Millionen Euro weniger als im Vorjahreszeitraum, was einem Minus von 28 Prozent entspricht. Trotz dieser Entwicklung teilte Erema mit, dass das Geschäftsjahr profitabel abgeschlossen werden konnte, ohne jedoch konkrete Zahlen zur Ertragslage zu nennen.
Was sind die Ursachen für den Umsatzrückgang?
Hinter den Zahlen steht ein Markt, der sich nach Unternehmensangaben das dritte Jahr in Folge in einer schwierigen Phase befindet. Das Unternehmen führt den Rückgang auf eine Kombination aus hohen Energiekosten, einer schwachen Nachfrage nach Rezyklaten und dem steigenden internationalen Wettbewerbsdruck zurück. Finanzchef Horst Wolfsgruber betonte, dass viele Kunden ihre Investitionen aufgrund dieser Rahmenbedingungen derzeit verschieben, was sich unmittelbar auf das Geschäft auswirke.
Wie positioniert sich Erema im internationalen Wettbewerb?
Die Geschäftsführung sieht den europäischen Standort zunehmend benachteiligt. CEO Manfred Hackl erklärte, dass die in Europa aufgebaute Kostenstruktur im internationalen Vergleich die Wettbewerbsfähigkeit der Industriebetriebe einschränke. Um die europäische Schwäche auszugleichen, setzt Erema verstärkt auf internationale Märkte. Während Europa für das Unternehmen weiterhin der Anker für Recyclingaktivitäten bleibt, verzeichnen Regionen wie Asien ein dynamisches Wachstum. In China ist Erema bereits seit 2001 mit einer Niederlassung vertreten, und im Februar 2026 wurde gemeinsam mit Lindner Washtech die neue Vertriebs- und Servicegesellschaft Erema India gegründet.
Welche politischen Rahmenbedingungen sind für die Branche entscheidend?
Erema betont, dass der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft klare und verlässliche politische Vorgaben erfordert, um Investitionssicherheit zu schaffen. Impulse wie die europäische Verpackungsverordnung PPWR oder die Altfahrzeugverordnung seien positiv, müssten jedoch europaweit harmonisiert umgesetzt werden. Laut Unternehmensangaben erkennen Länder wie China und Indien zunehmend die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für die eigene Rohstoffversorgung und treiben den Ausbau der entsprechenden Infrastruktur zügig voran.
Quelle: https://320grad.de/2026/08/10/erema-umsatz-bricht-um-28-prozent-ein/