Vatikan plant Agri-Photovoltaik-Anlage zur Energieautarkie
Der Vatikan plant eine 90-MW-Agri-PV-Anlage bei Rom zur Erreichung der Energieautarkie. Das Projekt umfasst rund 200 Hektar und kostet ca. 100 Mio. Euro.

Der Heilige Stuhl treibt die Nutzung erneuerbarer Energien mit einem ambitionierten Projekt voran. Wie aus Berichten hervorgeht, ist auf dem vatikanischen Gelände Santa Maria di Galeria am nordwestlichen Stadtrand Roms eine Agri-Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 80 bis 90 Megawatt geplant. Das Vorhaben hat ein geschätztes Investitionsvolumen von etwa 100 Millionen Euro und soll innerhalb von 18 bis 24 Monaten realisiert werden.
Das Projekt kombiniert landwirtschaftliche Nutzung mit solarer Stromerzeugung. Die Solarmodule werden dabei in einer Höhe installiert, die eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Flächen unterhalb der Paneele ermöglicht. Neben dem Schutz vor extremer Witterung soll die Beschattung durch die Module die Verdunstung auf den Anbauflächen reduzieren.
Das Gelände in Santa Maria di Galeria, das seit den 1950er Jahren bereits Sendeanlagen von Radio Vatikan beherbergt, umfasst insgesamt rund 450 Hektar. Etwa 200 Hektar davon sollen mit nachgeführten Solarmodulen bebaut werden. Die gewonnene Energie soll vorrangig die Sendeanlagen sowie weitere Einrichtungen des Heiligen Stuhls versorgen, etwa das Krankenhaus Bambino Gesù in Rom. Ziel der Initiative ist die langfristige Energieautarkie des Vatikanstaates.
Der Rahmen für dieses Vorhaben wurde durch ein bilaterales Abkommen zwischen Italien und dem Vatikan geschaffen, das im laufenden Jahr ratifiziert wurde. Das Projekt genießt hierbei einen speziellen Status, der unter anderem Befreiungen von bestimmten italienischen Steuern und öffentlichen Abgaben vorsieht. Da der Vatikan keine staatlichen Subventionen in Anspruch nehmen wird, die für italienische Haushalte oder Unternehmen gelten, soll die Umsetzung keine zusätzliche Belastung für den öffentlichen Haushalt Italiens darstellen. Überschüssig erzeugter Strom wird in das italienische Netz eingespeist.
In den kommenden Wochen ist die Ausschreibung für die notwendigen Bauaufträge geplant. Das Projekt wird als wesentlicher Schritt zur Förderung nachhaltiger Energiequellen im Vatikan gewertet.