top of page

Vietnam plant massive Investitionen in Strominfrastruktur zur Sicherung des Wachstums

Vietnam investiert über 31 Milliarden US-Dollar in Stromnetz und Erzeugung, um die steigende Nachfrage bis 2030 zu decken und Engpässe zu vermeiden.

Vietstock

Angesichts eines erwarteten Anstiegs der nationalen Stromspitzenlast auf 100.000 bis 110.000 Megawatt bis zum Jahr 2030 sieht sich Vietnam vor große Herausforderungen in der Energieversorgung gestellt. Um das angestrebte jährliche Wirtschaftswachstum von mindestens 10 Prozent im Zeitraum 2026 bis 2030 abzusichern, ist eine umfassende Modernisierung und Erweiterung des Stromsektors zwingend erforderlich.

Investitionsplan und Kapazitätsausbau

Unter dem angepassten achten nationalen Stromentwicklungsplan (PDP8) plant der staatliche Versorger Electricity of Vietnam (EVN) Investitionen in Höhe von etwa 830 Billionen VNĐ (rund 31,5 Milliarden US-Dollar). Ziel ist es, 15 Schlüsselprojekte mit einer Gesamtleistung von über 6.000 Megawatt fertigzustellen. Das Portfolio umfasst diverse Kraftwerkstypen, darunter thermische Anlagen, LNG-Projekte sowie den Ausbau bestehender Wasserkraftwerke und ein Pumpspeicherkraftwerk. Zudem plant EVN den Aufbau von Batteriespeichersystemen mit einer Kapazität von 2.000 Megawatt sowie die Inbetriebnahme von fast 300 Übertragungsprojekten im Spannungsbereich von 220 bis 500 Kilovolt.

Herausforderungen in der Netzstabilität

Experten betonen, dass besonders der Norden Vietnams unter Druck steht, da der lokale Ausbau der Erzeugungskapazitäten nicht mit der Nachfrage Schritt hält und interregionale Hochspannungsleitungen ihre Kapazitätsgrenzen erreichen. Die hohe Sensitivität der Nachfrage gegenüber Temperaturschwankungen erschwert die Planung. Zudem stellt die wachsende Einspeisung aus erneuerbaren Energien erhöhte Anforderungen an die Netzstabilität, die eine verbesserte Vorhersage und moderne Überwachungssysteme notwendig machen.

Reformen und regulatorische Rahmenbedingungen

Um die Umsetzung zu beschleunigen, prüft das Ministerium für Industrie und Handel derzeit eine Anpassung des PDP8 mit Fokus auf Projekte, die eine hohe Realisierungswahrscheinlichkeit aufweisen. Zudem sollen regulatorische Hürden bei Genehmigungsverfahren abgebaut und ein transparenterer Strommarkt geschaffen werden. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören unter anderem die Einführung von direkten Stromkaufverträgen (DPPA) und eine Anpassung der Strompreise zu Spitzenzeiten, um den tatsächlichen Systemzustand besser widerzuspiegeln. Zusätzlich wird die Förderung von Eigenverbrauchsanlagen für Solarenergie in Kombination mit Speichertechnologien als wirksames Instrument zur Entlastung des Netzes angesehen.

bottom of page