Im Rahmen eines Treffens mit Vertretern der Europäischen Union in Hanoi betonte Premierminister Lê Minh Hưng, dass der vietnamesische Wirtschaftsumbau signifikante Potenziale für eine strategische Zusammenarbeit mit der EU und ihren Mitgliedstaaten bietet. Vietnam verfolge das Ziel, bis 2030 eine entwickelte Industrie aufzubauen und bis 2045 den Status eines Landes mit hohem Einkommen zu erreichen. Dabei bildet die Energiewende einen zentralen Pfeiler der neuen Wachstumsstrategie.
Fokus auf grüne Energien und Infrastruktur
Besonderes Gewicht legt die vietnamesische Regierung auf den Austausch in den Bereichen grüne Wasserstoffproduktion und Ammoniaktechnologien. Zudem steht der Ausbau der Offshore-Windkraft auf der Agenda, um die Kapazitäten für erneuerbare Energien signifikant zu steigern. Neben der Energieerzeugung ist die Modernisierung der bestehenden Energieinfrastruktur ein Schwerpunkt, bei dem Vietnam auf technologische Unterstützung und Finanzierung aus Europa setzt. Auch der Ausbau strategischer Verkehrswege, darunter Hochgeschwindigkeitsbahnen sowie See- und Flughäfen, wurde als wichtiges Kooperationsfeld identifiziert.
Stärkung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, arbeitet Vietnam kontinuierlich an der Verbesserung seiner rechtlichen Rahmenbedingungen für Investitionen und Unternehmensgründungen. Die EU-Vertreter signalisierten ein starkes Interesse europäischer Unternehmen an Investitionen in den vietnamesischen Markt, insbesondere in den Bereichen grüne Transformation, Lieferketten und strategische Rohstoffe. Der Ausbau der bestehenden Partnerschaften soll durch die effektive Umsetzung des Freihandelsabkommens (EVFTA) und die Ratifizierung weiterer Investitionsschutzabkommen unterstützt werden.
Zusammenarbeit und nächste Schritte
Beide Seiten einigten sich darauf, hochrangige diplomatische Kontakte zu intensivieren und konkrete Kooperationsprogramme mit langfristiger Perspektive voranzutreiben. Dabei soll auch der Wissens- und Technologietransfer durch Bildungsprogramme und die Ausbildung qualifizierter Arbeitskräfte weiter gestärkt werden. Der kontinuierliche Dialog bleibt ein zentrales Instrument, um etwaige unterschiedliche Standpunkte zu adressieren und die Dynamik der bilateralen Beziehungen zu wahren.
