Der europäische Markt für Wärmepumpen verzeichnete in der ersten Jahreshälfte 2026 ein deutliches Plus. Nach Angaben der European Heat Pump Association (EHPA) stiegen die Verkaufszahlen für Wärmepumpen in Wohngebäuden in zwölf europäischen Ländern um 11 Prozent. Das Verkaufsvolumen kletterte dabei von rund 1,05 Millionen Geräten im Vorjahreszeitraum auf circa 1,16 Millionen Einheiten.
Regionale Daten und Markteinflüsse
Die Erhebung der EHPA bezieht sich auf die Märkte in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden und der Schweiz. Laut dem Branchenverband wurde dieser Zuwachs maßgeblich durch die volatile Lage auf dem Energiemarkt beeinflusst. Ein sprunghafter Anstieg der Öl- und Gaspreise, ausgelöst durch geopolitische Spannungen in der Straße von Hormus im Februar 2026, habe die Nachfrage nach alternativen Heizsystemen verstärkt.
Bedeutung der Strompreisgestaltung
Ein zentraler Faktor für den weiteren Ausbau bleibt die Kostenstruktur beim Strom. Die Europäische Kommission adressiert dies mit ihrem aktuellen Aktionsplan zur Elektrifizierung. Ziel ist es, die steuerliche Belastung von Strom an das Niveau von Gas anzupassen, um die Attraktivität von Wärmepumpen gegenüber fossilen Heizungen zu erhöhen. Der EHPA-Generaldirektor Paul Kenny betonte, dass eine Senkung der Stromsteuern bei gleichzeitiger Verlagerung der Lasten auf fossile Energieträger eine entscheidende Maßnahme für die Dekarbonisierung darstelle.
Anpassung der Netzentgelte geplant
Neben steuerlichen Anpassungen sieht der Aktionsplan der Europäischen Kommission vor, die Gestaltung der Netzentgelte auf Stromrechnungen zu reformieren. Damit soll die Flexibilität von Wärmepumpen, die zur Netzstabilität beitragen können, künftig stärker honoriert werden. Die EHPA weist darauf hin, dass in vielen Mitgliedstaaten die Stromsteuern die Gasbesteuerung derzeit noch übersteigen, wodurch der Betrieb von stromgeführten Wärmepumpen wirtschaftlich benachteiligt wird. Die nationalen Regierungen sind nun gefordert, diese Vorgaben umzusetzen, um den Transformationsprozess im Wärmesektor zu beschleunigen.
