Batteriehersteller Varta steht vor Umstrukturierung und Zerschlagung
Der Batteriehersteller Varta steht vor einer Zerschlagung. Gläubiger planen die Abspaltung des Haushaltsbatterie-Geschäfts, was die Zukunft des Konzerns gefährdet.

Der deutsche Batteriehersteller Varta steht vor einer ungewissen Zukunft, die durch eine drohende Zerschlagung des Unternehmens gekennzeichnet ist. Wichtige Gläubiger des Konzerns, darunter die Deutsche Bank sowie die Investoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox, streben eine Herauslösung des Geschäfts mit Haushaltsbatterien aus der Konzernstruktur an. Als Hauptgrund für diesen Schritt führen die Geldgeber die angespannte finanzielle Lage des Unternehmens an.
Finanzbedarf und Zukunftstechnologien
Das Unternehmen benötigt nach Angaben der Gläubiger kurzfristig Mittel im mittleren zweistelligen Millionenbereich, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Zudem seien hohe Investitionen für die kommenden Jahre erforderlich. Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten gilt Varta als technologisch relevant, da das Unternehmen unter anderem an Natrium-Ionen-Batterien arbeitet, die als Zukunftstechnologie für nachhaltigere Energiespeicher in Europa eingestuft werden. Die Gläubiger sehen jedoch keine tragfähige Gesamtlösung mehr für das Unternehmen in seiner jetzigen Form.
Auswirkungen auf Standorte und Belegschaft
Die angekündigte Zerschlagung löst große Sorge um die Arbeitsplätze aus. Die IG Metall bezeichnete das Vorgehen als Katastrophe für die Beschäftigten und deren Familien. Bereits zuvor war der Standort Nördlingen, an dem etwa 350 Mitarbeiter beschäftigt sind, von Schließungsplänen für den Herbst betroffen, nachdem der Hauptkunde Apple abgesprungen war. Laut dem Aufsichtsratsmitglied Michael Tojner sind hohe Energiepreise, Lohnkosten und Standortnachteile im Vergleich zu asiatischen Wettbewerbern zentrale Herausforderungen für die Batterieproduktion in Europa.
Ungewisse Zukunft für verbleibende Bereiche
Durch die Abspaltung des rentableren Bereichs für Haushaltsbatterien könnten die übrigen Unternehmensteile, die unter anderem Mikrobatterien sowie Energiespeicher für Haushalte und Industrie umfassen, in eine existenzbedrohende Insolvenz geraten. Investor Michael Tojner erklärte, er wolle versuchen, die verbleibenden Bereiche in Nischenmärkten neu zu positionieren, was jedoch ein weiteres Sanierungsverfahren und harte Einschnitte erfordere. Offen bleibt, wie die neue Eigentümerstruktur aussehen könnte und ob sich eine tragfähige Lösung zur Erhaltung des Batterie-Know-hows in Europa finden lässt.
Quelle: https://www.euroherz.de/warum-varta-vor-der-zerschlagung-steht-2297517/