Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger fordert Anpassungen bei EEG-Reform und Netzanschlusspaket
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger fordert Nachbesserungen beim EEG und Netzanschlusspaket, um den Ausbau erneuerbarer Energien in Bayern zu sichern.

Der bayerische Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger hat die jüngsten Pläne der Bundesregierung zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und des Netzanschlusspakets kritisiert. Während er die Zielsetzung von mehr Kosteneffizienz begrüßt, warnt er davor, dass die Maßnahmen den Ausbau erneuerbarer Energien durch neue Hürden bremsen könnten. Er fordert daher konkrete Nachbesserungen, um die Dynamik bei der Energiewende nicht zu gefährden.
Forderungen für den Windkraftausbau
Besonderen Handlungsbedarf sieht Aiwanger bei der Windenergie, insbesondere in Süddeutschland. Er kritisiert das bestehende Ausschreibungsmodell und fordert ein spezifisches Zuschlagssegment für Windkraftstandorte im Süden sowie eine weitere Optimierung des Korrekturfaktors. Angesichts eines bundesweiten Ausschreibungsstaus verlangt er zudem eine zusätzliche Windsonderausschreibung für das Jahr 2027 mit einem Volumen von fünf Gigawatt. Dies soll sicherstellen, dass bereits genehmigte und weit fortgeschrittene Projekte zügig realisiert werden können, anstatt bei technischen Engpässen im Norden auf Stromimporte angewiesen zu sein.
Stabilität für Biomasse und Photovoltaik
Neben der Windkraft betont Aiwanger die Bedeutung der Biomasse für eine flexible und heimische Energieversorgung sowie für die kommunale Wärmeversorgung im ländlichen Raum. Er fordert, dass Biogasanlagen sowie die damit verknüpften Nahwärmenetze auch unter künftigen Rahmenbedingungen langfristig gesichert werden. Für den Bereich Photovoltaik begrüßt der Minister die angekündigten Übergangsregelungen für kleine Anlagen. Er mahnt jedoch ein separates Ausschreibungsuntersegment für besondere Solarkonzepte wie Agri-Photovoltaik an und plädiert dafür, den anzulegenden Wert auf 2,5 Cent pro Kilowattstunde zu erhöhen, um die Rentabilität dieser Anlagen zu verbessern. Auch die heimische Wasserkraft müsse als unverzichtbarer Teil der regionalen Versorgung gestärkt werden.
Bewertung von Netzregelungen
Die überarbeiteten Pläne zum Redispatchvorbehalt bewertet Aiwanger als deutlich entschärft und grundsätzlich akzeptabel. Er betont jedoch, dass das Abregeln von Anlagen stets nur das letzte Mittel sein dürfe. Stattdessen sollten Speicherlösungen intensiver genutzt und die Netzauslastung intelligenter gesteuert werden. Zudem müsse der Eigenverbrauch von Strom besser vor unvorhergesehenen Abregelungen geschützt werden.
Quelle: https://www.frankensicht.de/?p=18645