Digitale Abfallnotifizierung: Kritik an Umsetzung der EU-Verordnung
Das neue DIWASS-System für die EU-Abfallverbringungsverordnung sorgt für Störungen in der Recyclingbranche. Kritik an Technik und Rechtsgrundlage.

Die Einführung der neuen EU-Abfallverbringungsverordnung stellt die deutsche Recyclingwirtschaft derzeit vor große Herausforderungen. Im Zentrum der Kritik steht das neu geschaffene digitale Notifizierungssystem namens DIWASS, das für die Abwicklung grenzüberschreitender Abfalltransporte innerhalb der Europäischen Union maßgeblich ist. Berichten aus der Branche zufolge funktioniert das System nicht wie geplant, was den Geschäftsbetrieb zahlreicher Akteure massiv stört.
Technologische und rechtliche Hindernisse
Seit dem Start des digitalen Systems berichten Unternehmen von erheblichen Störungen bei der Abwicklung der Notifizierungsverfahren. Ein wesentlicher Kritikpunkt der Wirtschaftsakteure betrifft dabei die Frage der Rechtsgrundlage für den notwendigen Handlungsbedarf unter den neuen Bedingungen. Es wird bemängelt, dass das System den Anforderungen der Branche nicht gerecht werde, was zu einer hohen Unsicherheit bei den beteiligten Unternehmen führt.
Auswirkungen auf den grenzüberschreitenden Handel
Die Abfallverbringungsverordnung ist ein zentrales Element für das Funktionieren der Kreislaufwirtschaft in Europa, da sie den Austausch von Sekundärrohstoffen zwischen den Mitgliedstaaten regelt. Störungen im Notifizierungsprozess behindern diesen Austausch direkt, was den Transport von recycelbaren Materialien verlangsamen oder in Einzelfällen zum Erliegen bringen kann. Da Deutschland als wichtiger Standort für Recyclingprozesse auf funktionierende grenzüberschreitende Lieferketten angewiesen ist, wiegen die technischen Probleme bei der digitalen Umstellung besonders schwer.
Weitere Entwicklungen und offene Punkte
Ob die zuständigen Behörden bereits an Anpassungen arbeiten, um die geschilderten Probleme kurzfristig zu beheben, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Ebenso bleiben Details zu konkreten Lösungsansätzen für die betroffenen Unternehmen derzeit offen. Eine Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen und eine technische Stabilisierung des DIWASS-Systems sind für die betroffenen Akteure essenziell, um einen reibungslosen Ablauf des europäischen Abfallhandels sicherzustellen.
Quelle: https://eu-recycling.com/Archive/50990