top of page

Erfolgreiche Tests an Wiener Tiefengeothermie-Pilotanlage in Aspern

Erfolgreiche Tests an der Tiefengeothermie-Pilotanlage in Wien-Aspern: Höhere Leistung als erwartet soll ab 2029 rund 25.000 Haushalte mit Fernwärme versorgen.

Energieleben

Die Tiefengeothermie-Pilotanlage in der Wiener Seestadt Aspern hat einen zentralen Meilenstein erreicht. Nach Abschluss der Testphase zeigen die gewonnenen Daten eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit des Standorts als in den ersten Planungen angenommen. Sowohl die Wassertemperaturen als auch die Durchflussmengen aus der rund 3.000 Meter tiefen Gesteinsschicht übertrafen die Erwartungen der Entwickler.

Verbesserte Leistungsparameter für die Wärmeversorgung

Bei den Fördertests wurde Wasser mit einer Temperatur von 104 Grad Celsius gefördert, während die ursprünglichen Prognosen von 100 Grad ausgingen. Diese gesteigerte Effizienz wirkt sich direkt auf die geplante Kapazität aus: Anstatt der zunächst veranschlagten 20 Megawatt thermischer Leistung wird das System voraussichtlich 25 Megawatt bereitstellen können. Dies ermöglicht die klimaneutrale Wärmeversorgung von rund 25.000 Wiener Haushalten ab dem Jahr 2028.

Erfolgreiche Erprobung des geschlossenen Kreislaufs

Im Rahmen der seit Herbst 2025 laufenden Untersuchungen wurde auch der geschlossene Kreislauf des Systems erfolgreich geprüft. Hierbei wurde das aus der Tiefe geförderte Formationswasser über Injektionsbohrungen wieder in die entsprechende Gesteinsschicht – das sogenannte Aderklaaer Konglomerat – zurückgeleitet. Die Tests bestätigten stabile Förderbedingungen sowie eine für den zukünftigen Betrieb geeignete chemische Wasserzusammensetzung. Diese Erkenntnisse bilden die unverzichtbare Basis für die Planung der obertägigen Anlagentechnik, bei der die Wärme über Wärmetauscher direkt in das Fernwärmenetz eingespeist werden soll.

Zeitplan und geplante Erweiterung

Der weitere Zeitplan sieht vor, dass 2026 und 2027 die Detailplanung sowie die Ausschreibung für die Obertage-Anlage erfolgen. Der Baubeginn ist für Anfang 2027 angesetzt, die Inbetriebnahme soll zum Jahresbeginn 2029 erfolgen. Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von etwa 90 Millionen Euro, finanziert durch Mittel des Klima- und Energiefonds, Umweltförderungen sowie die Europäische Investmentbank. Das Vorhaben dient als Pilotprojekt für ein größeres Ausbauvorhaben: Gemeinsam mit der OMV arbeitet der Energieversorger im Joint Venture deeep an Konzepten für insgesamt sieben Standorte in Wien, die langfristig eine Gesamtleistung von 200 Megawatt erreichen und etwa 200.000 Haushalte mit klimaneutraler Wärme versorgen könnten.

bottom of page