Europäischer Juni bricht Hitzerekorde mit weitreichenden Folgen
Westeuropa verzeichnete im Juni Rekordtemperaturen von 20,74 Grad. Hitzewelle führt zu über 10.000 Todesfällen und hohen Ernteverlusten in Europa.

Westeuropa erlebte im Juni eine historische Hitzewelle, die nach Angaben des EU-Klimadienstes Copernicus die höchsten jemals gemessenen Durchschnittstemperaturen für diesen Monat erreichte. Mit einem Mittelwert von 20,74 Grad Celsius lag die Temperatur signifikant über den Vergleichswerten früherer Jahrzehnte. Die Auswirkungen dieses Wetterextremums betreffen sowohl die öffentliche Gesundheit als auch die europäische Agrarwirtschaft maßgeblich.
Welche gesundheitlichen Folgen hatte die Hitzeperiode?
Die Hitzewelle führte zu einer erheblichen Übersterblichkeit. Daten des europäischen Mortalitätsmonitorings EuroMOMO belegen mehr als 10.000 zusätzliche Todesfälle während des Berichtszeitraums, wobei über 9.000 Betroffene älter als 65 Jahre waren. Frankreich verzeichnete allein 5.764 dieser Fälle, was dort die politische Debatte über die staatliche Vorbereitung auf künftige Hitzeschutzmaßnahmen intensiviert hat. Premierminister Sébastien Lecornu hat infolgedessen eine behördliche Krisensitzung einberufen.
Wie stark ist die Landwirtschaft betroffen?
Die Hitze beeinträchtigte die Getreidebestände bereits in einer frühen Wachstumsphase, was laut Schätzungen der Energy and Climate Intelligence Unit (ECIU) zu Ernteverlusten im Wert von etwa zwei Milliarden Euro führen könnte. Besonders hart trifft es Frankreich und Ungarn, wo Ertragseinbußen von insgesamt 6,5 Millionen Tonnen Getreide prognostiziert werden. Experten warnen, dass diese Verluste die europäische Ernährungssicherheit schwächen und je nach globaler Marktlage auch die Rohstoffpreise beeinflussen könnten.
Wie bewerten Forscher die aktuelle Entwicklung?
Die Klimadaten zeigen, dass der Juni kein isoliertes Ereignis darstellte, da der Copernicus-Klimadienst bereits seit Mai wiederkehrende schwere Hitzewellen dokumentiert. Europa erwärmt sich weltweit am schnellsten, wobei die Temperaturen hier etwa doppelt so schnell steigen wie im globalen Durchschnitt. Da für die laufende Woche bereits erneute Hitzewellen prognostiziert werden, besteht zudem eine erhöhte Waldbrandgefahr, insbesondere in Frankreich, Spanien und Portugal.
Quelle: https://www.europesays.com/europa/75750/