Fraunhofer ISE entwickelt Verfahren für ästhetisch gestaltete Solarmodule
Fraunhofer ISE präsentiert Shadecut: Ein neues Verfahren ermöglicht realistische Motive auf Solarmodulen bei nur 5 Prozent Leistungsverlust.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat eine innovative Lösung vorgestellt, um Photovoltaikmodule optisch ansprechender in Gebäudehüllen zu integrieren. Mit dem neuen Verfahren, das unter der Bezeichnung Shadecut geführt wird, können komplexe Muster, realistische Texturen oder sogar individuelle Porträts direkt auf die Oberflächen von Solarmodulen oder Solarthermieanlagen aufgebracht werden.
Technische Basis und Leistungserhalt
Die Technologie nutzt farbige Folien, die durch präzise laser- oder CAD-gesteuerte Schnitte strukturiert werden. Die Grundlage bildet die vom Fraunhofer ISE entwickelte Morphocolor-Technologie, die inspiriert vom biologischen Vorbild des Morpho-Schmetterlings einen intensiven Farbeindruck durch physikalische Interferenzeffekte erzeugt. Ein wesentlicher Vorteil dieses Ansatzes ist der hohe Wirkungsgrad: Unabhängige Messungen des Instituts belegen, dass mit Morphocolor beschichtete Module rund 95 Prozent der Nennleistung vergleichbarer unbeschichteter Paneele erreichen.
Anwendungen in der Gebäudeintegration
Besonders für die Gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) eröffnet Shadecut neue Möglichkeiten. Laut Marco Ernst, Entwickler der Technologie am Fraunhofer ISE, lassen sich durch gezielte Aussparungen auf den Folien komplexe Farbeffekte und Strukturen realisieren. Dies ist insbesondere für die ästhetische Einpassung von Solaranlagen in denkmalgeschützte Dächer oder Fassaden von hohem Interesse. Laut Martin Heinrich, Gruppenleiter für Einkapselung und Integration am Fraunhofer ISE, können Module so gestaltet werden, dass sie optisch wie Mauerwerk oder traditionelle Dachziegel wirken. Auch die Integration von Unternehmenslogos oder grafischen Motiven ist möglich, um Solaranlagen gestalterisch aufzuwerten.
Flexibilität und Anwendbarkeit
Das Verfahren ist laut Angaben des Instituts auf alle gängigen Photovoltaik- und Solarthermiemodule anwendbar. Die Technik kann sowohl auf die Rückseite von Deckgläsern in Vakuumprozessen als auch auf flexible Einbettungs- oder Rückseitenfolien aufgebracht werden. Damit bietet das Fraunhofer ISE eine Lösung, um gestalterische Anforderungen und solare Energiegewinnung besser zu vereinbaren. Weitere Details zur Markteinführung oder konkrete wirtschaftliche Rahmenbedingungen wurden in der aktuellen Mitteilung nicht genannt.
Quelle: https://www.photovoltaik.eu/der-letzte-schrei/bipv-portraets-unter-strom