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Indien vor Herausforderung bei der Entsorgung von Solarmodulen

Indien plant Strategien für das Solar-Recycling, um bis 2050 Millionen Tonnen an Altmodulen in eine industrielle Chance für die Kreislaufwirtschaft zu verwandeln.

ETV Bharat

Der schnelle Ausbau der Photovoltaik in Indien ist ein zentraler Pfeiler der Energiewende, bringt jedoch eine bisher wenig beachtete Herausforderung mit sich: die Entsorgung und das Recycling von Solarmodulen am Ende ihrer Lebensdauer. Experten gehen davon aus, dass die in den letzten Jahren installierten Kapazitäten in der Zukunft ein signifikantes Abfallaufkommen erzeugen werden. Während die geschätzte Abfallmenge bis zum Geschäftsjahr 2023 etwa 100 Kilotonnen betrug, könnte dieser Wert bei anhaltendem Wachstum bis 2030 auf rund 600 Kilotonnen ansteigen. Besonders die Bundesstaaten Rajasthan, Gujarat, Karnataka, Andhra Pradesh und Tamil Nadu sind von dieser Entwicklung stark betroffen.

Potenzial für eine neue Industrie

Langfristige Prognosen zeigen eine deutliche Zunahme der Abfallmengen, die bis 2050 auf etwa 19 Millionen Tonnen anwachsen könnten. Diese Entwicklung bietet jedoch auch wirtschaftliche Chancen. Solarmodule bestehen aus wertvollen Materialien wie Aluminium, Glas, Silizium, Kupfer und Silber. Eine aktuelle Bewertung deutet darauf hin, dass Indien bis 2047 fast 300 spezialisierte Recyclinganlagen mit einer jährlichen Kapazität von jeweils 3.600 Tonnen benötigen könnte, um die Ressourcen effizient zurückzugewinnen. Das für diesen Infrastrukturausbau erforderliche Investitionsvolumen wird auf rund 4.274 Crore Rupien geschätzt.

Strategische Schritte zur Kreislaufwirtschaft

Die indische Regierung, unterstützt durch Analysen der NITI Aayog, erkennt die Dringlichkeit einer Kreislaufwirtschaft für kritische Materialien. Solarzellen sind bereits in das Rahmenwerk der E-Waste Management Rules 2022 integriert, doch für eine effektive Umsetzung ist der Aufbau lokaler Infrastrukturen entscheidend. Da Photovoltaikanlagen oft großflächig verteilt sind, wird der Aufbau von Sammel- und Aggregationszentren nahe bedeutender Solarkluster als notwendig erachtet. Zudem wird über die Einführung eines nationalen digitalen Rückverfolgbarkeitssystems diskutiert, um Hersteller, Modultechnologien und Standorte transparent zu erfassen.

Nachhaltigkeit über die gesamte Lebensdauer

Neben dem Recycling wird auch die Wiederverwendung und Aufarbeitung (Refurbishment) von Modulen als Option für weniger anspruchsvolle Anwendungen geprüft. Experten betonen, dass Hersteller und Projektentwickler frühzeitig in den Lebenszyklus eingebunden werden müssen, um durch standardisierte Designs eine einfachere Demontage zu ermöglichen. Die rechtzeitige Entwicklung dieser Netzwerke und Recyclingtechnologien soll sicherstellen, dass die indische Solarrevolution nicht nur sauberen Strom produziert, sondern auch langfristig ökologisch und ökonomisch nachhaltig bleibt.

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