Indonesien strebt mit einem neuen, landesweiten Solarprogramm eine installierte Leistung von 100 Gigawattpeak (GWp) an. Das im August von Präsident Prabowo Subianto initiierte Vorhaben soll den nationalen Energiemix transformieren und internationale Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien locken. Ein erster Schritt umfasst 14 Projekte mit einer Gesamtkapazität von 5,3 GWp, die in den kommenden drei Jahren realisiert werden sollen.
Regulatorische Weichenstellungen für mehr Investitionssicherheit
Im Rahmen der Climate Week NYC präsentierte das Land seine Strategie, den Sektor durch klare Rahmenbedingungen und eine verlässliche Projektpipeline für Kapitalgeber attraktiver zu gestalten. Der indonesische Solarenergieverband (AESI) betont, dass das 100-GWp-Ziel eine grundlegende Neugestaltung der Bereitstellungssysteme erfordert. Zentrale Forderungen sind die Verabschiedung einer neuen Präsidialverordnung, die unter anderem feste Zeitpläne für Ausschreibungen, eine lokale Wertschöpfung sowie eine höhere Abnahmegarantie sicherstellen soll.
Optimierung der Netznutzung und Abbau von Hürden
Der Verband kritisiert, dass derzeitige Genehmigungsprozesse und Quotenregelungen insbesondere das Wachstum bei Dachanlagen bremsen. Vorgeschlagen werden kürzere Bearbeitungszeiträume für Quoten, gestaffelt nach Systemgröße, sowie die Einführung einer zentralen Abrechnungsplattform über den staatlichen Versorger PLN. Eine engere Synchronisation von Solargenerierung, Netzübertragung und Batteriespeicherplanung soll zudem die Effizienz steigern und Investitionskosten senken.
Internationales Interesse und Kapazitätsaufbau
Neben der bloßen Kapazitätserweiterung fokussiert sich das indonesische Programm auf den Aufbau einer lokalen Industrie. Angestrebt werden Partnerschaften für den Technologietransfer, um die Herstellung von Solarzellen, Wechselrichtern und Batterien im eigenen Land zu etablieren. Zur Reduzierung wahrgenommener Länderrisiken setzt die Regierung auf finanzielle Anreize, darunter Steuervergünstigungen und Zollbefreiungen. Die Einbindung von Entwicklungsfinanzierungsinstituten soll zudem bei der Standardisierung von Governance- und Durchführbarkeitsprüfungen unterstützen, um den Übergang von ersten Pilotprojekten hin zu einer skalierbaren Investitionslandschaft zu erleichtern.
