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Norwegisches Unternehmen plant Windkraftanlage ohne Türme

Das norwegische Unternehmen Kitemill entwickelt ein Windkraftsystem ohne Türme. Drachen in großen Höhen erzeugen Strom und sparen Material ein.
Norwegisches Unternehmen plant Windkraftanlage ohne Türme

Das norwegische Unternehmen Kitemill entwickelt eine neuartige Windenergietechnologie, die auf den Einsatz von Türmen und massiven Turbinen verzichtet. Stattdessen werden fliegende Drachen eingesetzt, die in einer Höhe von über 350 Metern durch Winde angetrieben werden. Die Drachen ziehen ein Seil, welches wiederum einen Generator am Boden betätigt, um elektrische Energie zu erzeugen.

Technologische Vorteile und Ressourceneffizienz

Ein wesentlicher Vorteil dieser Technologie liegt in den stabileren und stärkeren Windverhältnissen in größeren Höhen, was zu einem höheren Kapazitätsfaktor und einer zuverlässigeren Stromproduktion führen soll. Laut Kitemill benötigt das System zudem weniger als 10 % der Materialien, die für vergleichbare konventionelle Windkraftanlagen oder Photovoltaik-Großprojekte erforderlich wären. Dies reduziert den Bedarf an Stahl und Beton erheblich und minimiert den Flächenverbrauch während der Bauphase.

Das Projekt NAWEP in Norwegen

Unter dem Projektnamen NAWEP (Norwegian Airborne Wind Energy Project) hat Kitemill einen Konzessionsantrag für einen Standort in Vanse, Norwegen, eingereicht. Die aktualisierte Version dieses Antrags wurde im April 2026 veröffentlicht. Das Vorhaben gilt als ein wichtiger Schritt, um die Praxistauglichkeit der Airborne-Windenergie unter industriellen Bedingungen zu demonstrieren.

EU-Förderung und wissenschaftliche Unterstützung

Das Projekt wird maßgeblich durch europäische Institutionen unterstützt. Es erhält Fördermittel aus dem EU Innovation Fund (EU ETS Grant No. 101038892) sowie über die Programme AWE-KM2 (Horizon Europe Grant No. 101189207) und AWETRAIN (Marie Skłodowska-Curie Actions Grant No. 101168734). Diese finanzielle und institutionelle Unterstützung unterstreicht das Vertrauen in das Potenzial der Technologie für die Energiewende.

Zukünftige Perspektiven der Technologie

Sollte sich der Ansatz von Kitemill großtechnisch bewähren, könnte dies neue geografische Gebiete für die Windenergie erschließen, in denen der Bau konventioneller Türme technisch oder wirtschaftlich nicht umsetzbar ist. Hierzu zählen beispielsweise abgelegene Küstenregionen, Berggebiete oder Inselgemeinschaften. Das Unternehmen steht nun vor der Herausforderung, die aus Forschung und Visionen entwickelten Konzepte erfolgreich unter realen Bedingungen in den Markt zu integrieren.

Quelle: Energies Media

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