Südkorea und die USA haben den Startschuss für eine umfassende strategische Energiekooperation gegeben, die Investitionen in Höhe von insgesamt 142 Milliarden US-Dollar vorsieht. Die Initiative ist Teil einer breiteren bilateralen Vereinbarung, die unter anderem die Versorgungssicherheit für datenintensive Industrien wie KI-Rechenzentren in den Vereinigten Staaten stärken soll. Dabei bilden ein großangelegtes Gaskraftwerksprojekt in Texas sowie ein Rahmenwerk für den Bau neuer Kernkraftwerke die zentralen Säulen der Zusammenarbeit.
Texas-Projekt als erste konkrete Maßnahme
Als erstes formell ausgewähltes Projekt wurde die Entwicklung eines kombinierten Gaskraftwerks in Encinal, Texas, bestätigt. Die Anlage soll über eine Kapazität von rund 6,4 Gigawatt verfügen und den benötigten Strom direkt für nahegelegene KI-Rechenzentren liefern. Das Investitionsvolumen für dieses Vorhaben beläuft sich auf etwa 22,3 Milliarden US-Dollar. Die Inbetriebnahme ist stufenweise geplant, wobei der kommerzielle Betrieb 2029 beginnen und die volle Kapazität bis 2032 erreicht werden soll. Die Umsetzung erfolgt durch ein Joint Venture, wobei südkoreanische Unternehmen bei der Ausrüstung, dem Engineering sowie dem Betrieb und der Wartung als Partner fungieren sollen.
Umfassender Rahmen für neue Atomkraftwerke
Der finanziell größte Teil des Abkommens entfällt auf den Nuklearsektor, für den 120 Milliarden US-Dollar im Rahmenwerk reserviert sind. Geplant ist der Bau von acht Reaktorblöcken, die sich aus einer Kombination von südkoreanischen APR1400-Designs und Westinghouse AP1000-Reaktoren zusammensetzen sollen. Während die Finanzierung bereits in Eckpunkten skizziert ist – mit einer Deckelung von 30 Milliarden US-Dollar pro Reaktorpaar –, stehen Details zu Standorten, Zeitplänen und kommerziellen Rahmenbedingungen noch aus. Beide Regierungen vereinbarten zudem eine Anzahlung von 10 Milliarden US-Dollar bis Ende 2026, um frühzeitig kritische Ausrüstung mit langen Lieferzeiten zu sichern.
Alaska-LNG-Projekt in der Prüfungsphase
Neben den bereits weiter fortgeschrittenen Vorhaben wird die Machbarkeit einer Beteiligung an einem LNG-Projekt in Alaska untersucht. Dieses Projekt sieht den Bau einer rund 1.300 Kilometer langen Pipeline vor, um Erdgas von der North Slope zu Exportterminals zu transportieren. Eine finale Investitionsentscheidung steht hierbei noch aus, da das Vorhaben von der kommerziellen Wirtschaftlichkeit und der Einhaltung geltender gesetzlicher Vorgaben abhängig gemacht wird.
