Im Zuge der Umsetzung des überarbeiteten nationalen Energieentwicklungsplans PDP8 (Power Development Plan VIII) mobilisiert Vietnam bis 2030 Investitionen in einer Größenordnung von insgesamt 136,3 Milliarden US-Dollar. Davon entfallen rund 118,2 Milliarden US-Dollar auf den Bereich der Stromerzeugung, während weitere 18,1 Milliarden US-Dollar spezifisch für den Ausbau des Übertragungsnetzes vorgesehen sind. Diese Investitionsoffensive reagiert auf die wachsende Stromnachfrage, die unter anderem durch die industrielle Entwicklung und den Ausbau digitaler Infrastrukturen getrieben wird.
Fokus auf Batteriespeicher und Netzausbau
Ein wesentlicher Bestandteil der aktuellen Energiepolitik ist die deutliche Erhöhung der Kapazitäten für Batteriespeichersysteme. Der revidierte Plan sieht bis 2030 ein Zielvolumen zwischen 10.000 und 16.300 Megawatt vor, was eine massive Steigerung gegenüber den ursprünglichen Zielmarken darstellt. Um diese Speicherintegration zu forcieren, müssen Betreiber von Solarparks im Versorgungsmaßstab künftig Batteriespeicher vorhalten, die mindestens 10 Prozent ihrer Kapazität entsprechen und eine Entladedauer von zwei Stunden ermöglichen. Parallel dazu treibt das Land den Ausbau der Übertragungsleitungen voran, mit geplanten neuen Trassen von über 12.000 Kilometern auf der 500-kV-Ebene sowie rund 15.000 Kilometern auf der 220-kV-Ebene.
Internationale Fachmesse als Schnittstelle
Um den enormen Bedarf an Technologien und Dienstleistungen zu decken, setzt Vietnam verstärkt auf internationale Kooperationen. Die für Februar 2027 geplante Global Energy Exhibition & Congress Vietnam (GEEC) in Hanoi soll als zentrale Plattform dienen, um inländische Investitionsvorhaben mit globalen Anbietern von Energietechnologien und Ingenieurdienstleistungen zu verbinden. Die vietnamesische Regierung unterstreicht die Bedeutung solcher Formate, um die technologische Modernisierung und die Einbindung in globale Lieferketten zu beschleunigen.
Resilienz des Energiesystems im Fokus
Neben der Kapazitätserweiterung ist die Stärkung der Versorgungssicherheit ein Kernanliegen der strategischen Ausrichtung. Aufgrund der geografischen Abhängigkeiten bei Importen fossiler Energieträger, insbesondere bei LNG, verfolgt das Land eine Strategie der Diversifizierung und der beschleunigten Energiewende. Die Kombination aus erneuerbaren Energien, netzstützenden Speichersystemen und einer digitalisierten Netzbetriebsführung soll die Widerstandsfähigkeit des nationalen Energiesystems langfristig erhöhen und die Basis für das wirtschaftliche Wachstum des Landes sichern.
