Im Zuge eines hochrangigen Staatsbesuchs in Dänemark, Belgien und der Europäischen Union vom 19. bis 24. Oktober 2026 treibt Vietnam die Vertiefung seiner strategischen Partnerschaften voran. Ziel der Reise unter der Leitung von Generalsekretär und Präsident To Lam ist es, die Zusammenarbeit mit europäischen Akteuren in zentralen Zukunftsbereichen deutlich auszubauen.
Fokus auf grüne Transformation und Technologietransfer
Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Vietnam und Europa konzentriert sich zunehmend auf nachhaltige Entwicklung und den Energiewandel. Angesichts globaler Instabilitäten bei den traditionellen Energielieferketten sowie strengerer Anforderungen, wie dem CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) der EU, sieht Vietnam den Ausbau erneuerbarer Energien als notwendigen Wachstumsmotor. Die Kooperation zielt darauf ab, den technologischen Vorsprung europäischer Länder, insbesondere in den Bereichen Offshore-Windkraft, grüne Schifffahrt, Biowissenschaften und Kreislaufwirtschaft, stärker für die eigene wirtschaftliche Sicherheit zu nutzen.
Ausbau strategischer Partnerschaften
Die Europäische Union ist für Vietnam ein Schlüsselpartner im asiatisch-pazifischen Raum, festgeschrieben durch die umfassende strategische Partnerschaft. Während Länder wie Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien bereits langfristige strategische Partnerschaften mit Vietnam unterhalten, intensiviert das Land nun die Beziehungen zu weiteren EU-Staaten wie Dänemark und Belgien. Diese Partnerschaften sollen den politischen Rahmen in konkrete Investitionsprojekte überführen und die wirtschaftliche Resilienz Vietnams stärken.
Strukturelle Rahmenbedingungen für Investitionen
Um die gesteckten Ziele zu erreichen, setzt Vietnam auf eine verstärkte Verknüpfung politischer Signale mit greifbaren Ressourcen. Dies erfordert nach vietnamesischer Einschätzung nicht nur eine Vertiefung der diplomatischen Kontakte, sondern auch die Schaffung stabilerer Rechtsrahmen und Mechanismen zur Risikoteilung. Für europäische Unternehmen sollen so langfristige Investitionen erleichtert werden, um das vorhandene, bislang noch nicht vollständig ausgeschöpfte Kooperationspotenzial in Sektoren wie der grünen maritimen Wirtschaft und Logistik zu erschließen.
