Volkswagen Poznań hat auf seinem Werksgelände in Września eine bedeutende Agri-Photovoltaikanlage in Betrieb genommen, die eine industrielle Stromerzeugung mit landwirtschaftlicher Nutzung verbindet. Die Anlage umfasst mehr als 31.000 Solarmodule auf einer Fläche von rund 27 Hektar und erreicht eine installierte Leistung von 18,3 Megawatt. Damit deckt das Unternehmen bereits ein Viertel seines jährlichen Strombedarfs ab, wobei an sonnigen Tagen sogar eine vollständige energetische Selbstversorgung erreicht wird.
### Natürliche Vegetationspflege durch Schafbeweidung
Statt auf mechanische Mähmethoden zurückzugreifen, setzt Volkswagen auf eine ökologische Lösung: Rund 100 Schafe der regionalen Rasse Wielkopolska beweiden die Fläche unter den Modulen. Diese Form der Grünpflege schont die Gestelle der Anlage und verhindert den Einsatz schwerer Maschinen. Die Schafe profitieren im Gegenzug vom Schutz durch die Photovoltaik-Reihen, die als Schattenspender und Wetterschutz dienen.
### Wissenschaftliche Forschung zur Agri-PV
Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Dekarbonisierungsstrategie und wird wissenschaftlich durch die Universität für Naturwissenschaften in Poznań begleitet. Die Forscher analysieren verschiedene Parameter, darunter das Verhalten und Wohlbefinden der Tiere, die Auswirkungen auf das Mikroklima unter den Modulen sowie die Bodenbeschaffenheit und die Artenvielfalt auf dem Gelände. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Effizienz und Gestaltung zukünftiger Agri-PV-Systeme zu optimieren.
### Weitere Ausbaupläne für erneuerbare Energien
Neben der bestehenden Anlage plant Volkswagen Poznań den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien am Standort. Hierzu gehören zusätzliche 3 Megawatt Photovoltaik-Freiflächen sowie 6,5 Megawatt Kapazität durch Dachanlagen. Zudem sind 14 Megawatt an Photovoltaik-Installationen auf Parkplätzen vorgesehen. Auch der Einstieg in die Windkraft wird derzeit geprüft, wobei sich entsprechende Vorhaben bereits im Genehmigungsverfahren befinden.
